Die Kommission für Geschichte und Philosophie der Wissenschaften der ÖAW lädt ein zur Präsentation von Neuerscheinungen zur…
Berta Karlik Lecture

Vor 50 Jahren wurde Berta Karlik (1904–1990) als erste Frau zum wirklichen Mitglied der ÖAW gewählt. Die Physikerin prägte als Direktorin des Instituts für Radiumforschung der Akademie der Wissenschaften und als Ordinaria an der Universität Wien die österreichische Forschungslandschaft. Sie begann ihre Karriere Anfang der 1930er Jahre am Institut für Radiumforschung, wo ihr 1942 gemeinsam mit Traude Cless-Bernert der Nachweis des Elements 85, Astat, gelang. Nach dem Krieg war Berta Karlik maßgeblich am Wiederaufbau des Instituts beteiligt. Über ihre Tätigkeit als Physikerin hinaus war die Physikerin wissenschaftspolitisch aktiv. Sie setzte sich für die Neugründung des Verbandes der Akademikerinnen Österreichs ein, beriet die Bundesregierung über die Nutzung von Atomenergie und engagierte sich für die Errichtung eines Forschungsreaktors in Österreich sowie für die Zusammenarbeit mit dem CERN.
Mit der Berta Karlik Lecture würdigt die ÖAW Karliks Leistungen und setzt zugleich ein Zeichen gegen Gender-Bias im heutigen Wissenschaftsbetrieb. Im Festvortrag stellt der Physiker Walter Kutschera Karliks Werk am und für das Institut für Radiumforschung vor. Anschließend werden vier weibliche Mitglieder - die Indologin Nina Mirnig, die Computerwissenschaftlerin Ivona Brandić, die Philosophin Patrizia Giampieri-Deutsch und die Biochemikerin Andrea Barta - ihre Forschungsgebiet vorstellen.