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Wie menschlich ist der Kapitalismus?

Alan Scott über die Ursachen für den Aufstieg und die Dominanz einer Weltanschauung

18.02.2014

Kein Wohlstand ohne freie Märkte, kein Fortschritt ohne Wettbewerb: Der Einfluss wirtschaftsliberaler Theorien ist in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ungebrochen. Seit Jahrhunderten ergründen Wissenschaftler, ob die Logik des Marktes tatsächlich der menschlichen Natur entspricht und ob das freie Spiel der Kräfte und das Streben nach Gewinnmaximierung wirklich die ideale Form des Zusammenlebens darstellt.

Auch Max Weber, Georg Simmel und Albert Hirschmann setzten sich mit diesen Fragen auseinander, auch sie maßen dem Individuum große Bedeutung bei und auch sie erkannten die Macht des Kapitalismus unzweifelhaft an. Und doch fördert eine Beschäftigung mit diesen Denkern gänzlich unterschiedliche Erklärungsansätze über den Durchbruch des Kapitalismus zutage. In seinem Vortrag „Capitalism as Culture and State Craft: Noneconomic explanations for the rise of capitalism“ geht Alan Scott, Soziologe an der Universität Innsbruck und Vizepräsident des österreichischen Wissenschaftsfonds FWF, diesen auf den Grund - und stößt dabei auf überraschend fundamentale Kritikpunkte.