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Wie Jugendliche online shoppen

Beim Jugendforum „Shopping Um(die)Welt“ des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung der ÖAW diskutierten Jugendliche Fragen zu Umweltschutz, Produkthaltbarkeit und globalen Herstellungsbedingungen im Online-Handel. Die Ergebnisse wurden Umweltminister Andrä Rupprechter präsentiert.

25.11.2015
Bild: Fotolia

Der Online-Handel boomt. Etwa jedes dritte Paar Schuhe wird heute im Internet gekauft, speziell für Jugendliche ist es selbstverständlich, online zu bestellen. Doch unter welchen Voraussetzungen erfolgt ein Online-Kauf und welche Folgen haben im Web getroffene Kaufentscheidungen? Im Rahmen des vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) veranstalteten Jugendforums „Shopping Um(die)Welt“ stellten sich 90 Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren kritischen Fragen zum Konsum im Web. Die überraschenden Schlussfolgerungen präsentierten sie anschließend im Umweltministerium, in dessen Auftrag die Veranstaltung organisiert wurde.

Internetshopping ja, aber…

Die Ergebnisse der Diskussionen konnten bestätigen, dass die Jugendlichen zwar, vor allem wegen der großen Auswahl im Web, regelmäßig online einkaufen. Gleichzeitig stehen sie dem Online-Handel aber durchaus kritisch gegenüber: „Ich interessiere mich nicht für die Unterhaltungsindustrie, die von wichtigen Themen wie Nachhaltigkeit ablenkt. Deswegen ist es mir sehr wichtig, heute hier meine Meinung einzubringen“, meint etwa Raphael aus Wien. Ein von den Jugendlichen häufig geäußerter Wunsch, der zugleich eine zentrale Säule des nachhaltigen Konsums darstellt, zielte auf eine längere Haltbarkeit online gekaufter Produkte sowie auf Möglichkeiten zur Reparatur derselben ab. Eine Gruppe hatte dabei sogar schon einen Namensvorschlag für ein öffentlich finanziertes Reparaturunternehmen – Austria Repairs. Jugendliche betonten in den Diskussionen ferner, wie wichtig für sie die Betrachtung von Waren im Geschäft sei, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen. Weitere Aspekte des Online-Konsums, mit denen sich die Jugendlichen im Rahmen des Jugendforums auseinandersetzten, waren Recycling, ein Wegwerfverbot für Lebensmittel und die Verantwortung der EU-Staaten für „selbst erzeugten Müll“.
 
Botschaft an die Politik

„Ich bin beeindruckt von den vielfältigen Ergebnissen und dem Einsatz der über 90 Jugendlichen. Nachhaltiger Konsum ist das zentrale Thema für eine umweltfreundliche Zukunft“, betonte Umweltminister Andrä Rupprechter, als Jugendliche ihm am 18. November 2015 die gesammelten Ergebnisse präsentierten. Auch nach Ansicht von ITA-Forscherin Mahshid Sotoudeh hat das Jugendforum wichtige Erkenntnisse zutage gefördert: „Die Jugendlichen haben uns eine Botschaft besonders klar mitgegeben: Sie fordern mehr Aufklärung und mehr Bewusstseinsbildung zum Thema ‚Nachhaltige Produktentwicklung und Konsum‘ - und zwar innerhalb wie außerhalb der Schule.“ Für Sotoudeh steht angesichts des Jugendforums fest, dass Konsumpolitik auch und gerade für Jugendliche ein wichtiges Thema darstellt. „Mit dem gemeinsamen Erarbeiten von Vorschlägen für die Politik wird das Verantwortungsgefühl für das eigene Einkaufsverhalten gestärkt“, erinnert die Forscherin. Jugendliche in Fragen von Konsumpolitik miteinzubeziehen sei daher sinnvoll und notwendig.

Das würde wohl auch Hannah unterschreiben. Die 17-Jährige nahm nicht nur am Jugendforum teil, sondern investierte als Teil des Jugendbeirats viel Zeit und Energie in die Planung des Jugendforums. Abgehakt ist das Kapitel Nachhaltigkeit im Internet-Konsum für sie damit freilich keineswegs, wie sie betonte: „Meine Sicht auf die Dinge hat sich durch die Veranstaltung verändert.“