07.12.2020

Vier Jungforscherinnen sind "Women in Science"

Die mit je 25.000 Euro dotierten Stipendien wollen vielversprechenden weiblichen Talenten den Start in eine wissenschaftliche Karriere erleichtern und werden von der ÖAW unterstützt. Heuer gehen die Auszeichnungen an die Immunologin Alexandra Franziska Gülich, die Logikerin Sandra Müller, die Biologin Veronika Pedrini-Martha und die Chemikerin Anna Maria Wernbacher.

Veronika Pedrini-Martha forscht an der Universität Innsbruck zu wirbellosen Tieren und ist eine der vier neuen „For Women in Science“-Stipendiatinnen.
Veronika Pedrini-Martha forscht an der Universität Innsbruck zu wirbellosen Tieren und ist eine der vier neuen „For Women in Science“-Stipendiatinnen. © L'Oréal Deutschland GmbH

„Die Welt braucht die Wissenschaft und die Wissenschaft braucht die Frauen“, sagt Wioletta Rosolowska, General Managerin für Österreich und Deutschland bei L’Oréal. Deswegen vergibt das Kosmetikunternehmen gemeinsam mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) sowie dem Wissenschaftsministerium und der Österreichischen UNESCO-Kommission seit 2007 jährlich Stipendien in Höhe von je 25.000 Euro an an Doktorandinnen und weibliche Post-Docs in den Naturwissenschaften, der Medizin und der Mathematik. Diese „For Women in Science“-Stipendien sollen junge Talente auf ihrem Karriereweg unterstützen aber auch Role Models zur Ermutigung anderer Frauen mit wissenschaftlichen Ambitionen schaffen. 

Logik, Genetik und Leuchtdioden

Sandra Müller ist eine der vier ausgezeichneten Top-Wissenschaftler/innen. Sie  beschäftigt sich an der Universität Wien mit der Grenze dessen, was in der Mathematik bewiesen werden kann, und versucht mit ihrer Forschungsarbeit unendlich große Objekte - sogenannte große Kardinalzahlen - besser zu verstehen. Ebenfalls an der Universität Wien ist Anna Maria Wernbacher tätig. Sie modelliert, wie Organische Leuchtdioden (OLEDs) durch neue lichtemittierende Verbindungen effizienter gestaltet werden können.

Alexandra Franziska Gülich von der Medizinischen Universität Wien erforscht den Einfluss genetischer Regulationsmechanismen auf die Entwicklung einer Immunreaktion, wie etwa die Abwehr von Tumorzellen oder Krankheitserregern. Veronika Pedrini-Martha schließlich untersucht an der Universität Innsbruck Anpassungsmechanismen von wirbellosen Tieren, insbesondere Schnecken, an unterschiedliche Lebensräume und will wissen, wie sich Umweltstressoren auf die Regulierung von stress-induzierten Genen auswirken.

Kreativität, Neugier und Mut

"Kreativität, Neugier und der Mut für die eigenen Ideen zu kämpfen - das zeichnet die vier Preisträgerinnen aus“, sagt Anton Zeilinger, Präsident der ÖAW. „Mit den Stipendien, die seit inzwischen dreizehn Jahren von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften unterstützt werden, wollen wir diesen jungen weiblichen Talenten die Chance geben, ihre Forschungsarbeiten umzusetzen. Damit legen wir heute die Grundlagen für die Innovationen von morgen und übermorgen.“

Das sieht auch Sabine Haag so: “Um den drängendsten Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen, braucht es die hellsten Köpfe“, sagt die Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission. Und sie betont, wie wichtig dabei Forscherinnen als Role Models sind: „Noch immer bestehen Hürden für hoch qualifizierte Frauen in der Forschung, wodurch Innovationspotenzial verloren geht. Die mit dem Stipendium ausgezeichneten Wissenschaftlerinnen zeigen, welch exzellente wissenschaftliche Arbeit junge Frauen leisten und sind Vorbilder für junge Nachwuchswissenschaftlerinnen.“

 

AUF EINEN BLICK

Weitere Informationen zu den Stipendien „For Women in Science“ und Möglichkeiten der Einreichung sind auf der ÖAW-Website zu finden.