Peter Zoller, theoretischer Physiker und wissenschaftlicher Direktor am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) Innsbruck der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) wird mit dem Herbert-Walther-Preis 2016 ausgezeichnet. Der Preis wird von der Optical Society of America gemeinsam mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft vergeben. Mit der Auszeichnung werden hervorragende Leistungen in Quantenoptik und Atomphysik sowie in der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft gewürdigt.
Peter Zoller, der auch wirkliches Mitglieder der ÖAW ist, sei „einer der einflussreichsten Wissenschaftler auf dem Gebiet der Quantenoptik und seine Pionierarbeit mit Quantensimulatoren wird den Weg zur nächsten Generation von Quantencomputern beschleunigen“, begründete Elizabeth A. Rogan, Chief Executive Officer der Optical Society, die Preisvergabe gegenüber der APA.
Vielteilchensysteme und Quantencomputer
Der gebürtige Innsbrucker Zoller ist seit 2003 wissenschaftlicher Direktor am IQOQI der ÖAW und leitet dort die Forschungsgruppe „Quantenoptik und Quanteninformation“, deren Schwerpunkt die gezielte Erzeugung, Simulation und Untersuchung neuer Quanten-Vielteilchensysteme ist. Darüber hinaus entwickelt die Gruppe neue Möglichkeiten und Protokolle für Anwendungen im Bereich der Quanteninformations- und Kommunikationstechnologie. So schlugen Zoller und seine Kollegen Philipp Hauke und Wolfgang Lechner erst kürzlich eine neue Architektur für Quantencomputer vor, die bisherige Einschränkungen der Programmierbarkeit umgeht.
Neben seiner Funktion am IQOQI ist Zoller bereits seit 1994 Professor für theoretische Physik an der Universität Innsbruck. Zuvor forschte er unter anderem an der University of Southern California und dem Joint Institute for Laboratory Astrophysics der University of Colorado. Gastprofessuren führten ihn an wichtige Zentren der Physik, wie die Harvard University, das Institut Henri Poincaré oder das Max-Planck-Institut für Quantenoptik. Für seine Beiträge zum Feld der Quantenoptik und Quanteninformation wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Wolf-Preis für Physik, die Benjamin Franklin Medaille für Physik, die Dirac Medaille sowie der Wittgenstein-Preis des FWF und der Erwin Schrödinger-Preis der ÖAW. Er ist Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Vereinigungen und Akademien, wie der National Academy of Sciences, der Leopoldina oder der ÖAW.
Die renommierte Auszeichnung wird seit 2009 in Erinnerung an den deutschen Physiker Herbert Walter (1935–2006) vergeben. Walther war Experimentalphysiker an der Ludwig-Maximilians-Universität München und einer der Gründungsdirektoren des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik. Bisherige Preisträger waren u.a. David Wineland, Serge Haroche und H. Jeffrey Kimble. Der Preis ist mit € 5.000 dotiert und wird Peter Zoller Ende Februar 2016 bei einer Veranstaltung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft feierlich überreicht.
