
Bruckner verstand sich selbst als Symphoniker, und es gibt keine Hinweise auf Bruckners Absicht, mit seinen Symphonien religiöse Gehalte vermitteln zu wollen. Warum aber werden Bruckners Symphonien vielfach in Kirchen aufgeführt? Sind es die Anklänge an Messen oder Choräle, die Orgel als Instrument, oder legen Vortragsbezeichnungen wie "Misterioso" und "Feierlich" den Bezug zum Sakralen nahe?
Bei der diesjährigen Leibniz Lecture geht Jürgen Stolzenberg der Frage nach, warum Bruckners Werk weithin als religiöse Musik wahrgenommen wird und in welchem Sinn von einem religiösen Gehalt in der Musik Bruckners die Rede sein kann. Jürgen Stolzenberg ist emeritierter Professor für Philosophie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Philosophie Kants und die klassische deutsche Philosophie, Neukantianismus, Phänomenologie und Musikphilosophie. Bei seinem Vortrag "Über den religiösen Gehalt der Musik Anton Bruckners: Das Adagio der 9. Sinfonie. Ein Beitrag zum Bruckner-Jahr 2024" nimmt er das Adagio in den Blick, weil es der letzte von Bruckner vollendete Satz der Symphonie ist und zugleich ist das Radikalste und Avancierteste, das Bruckner je geschrieben hat.
Informationen
Termin:
21. November 2024, 18:00 Uhr
Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Collegium, Seminarraum 1
Bäckerstraße 13
1010 Wien
Wissenschaftlicher Kontakt:
w.M. Univ.Prof.i.R.Dr.Herta Nagl-Docekal
Kontakt:
Natalie Kapfer-Rupp, BA
T: +43 1 51581-3633
Aktuariat: Administration Gelehrtengesellschaft