Die Idee des Monotheismus war in der Geschichte der Menschheit ein großer intellektueller Sprung. Wie und durch wen wurde dieses revolutionäre Konzept „eines einzigen Gottes, es gibt keinen anderen außer ihm“ geboren? War der Pharao Echnaton (1353 und 1335 v. Chr.) der erste Monotheist und war Ägypten die Quelle des hebräischen Monotheismus, der in Kanaan ein paar hundert Jahre später auftaucht? Jahrzehnte und mehr wurde dieses Thema in Studien religiöser und historischer Texte debattiert.
Orly Goldwasser, Professorin für Ägyptologie an der Hebräischen Universität in Jerusalem, beleuchtet diese Frage in ihrem Vortrag aus einer gänzlich neuen Quelle: aus den Klassifikationszeichen der Hieroglyphenschrift. Der Gottesbegriff zeigt darin eine Entwicklung auf, die mit der Genese eines Monotheismus im Zusammenhang steht. Die Gast- und Ehrenprofessorin in Harvard, am College de France, in Göttingen und Mainz entdeckte das Klassifikationssystem der Hieroglyphenschrift, in der sich uns das Weltbild der alten Ägypter offenbart. Ihr Vortrag in Wien fügt sich in die Reihe der Maimonides Lectures und Symposien, die Wechselwirkungen zwischen Religionen und Geisteswissenschaften thematisieren.
Moderation: w. M. Patrizia Giampieri-Deutsch
Termin:
13. April 2015, 15:00Uhr
Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Theatersaal
Sonnenfelsgasse 19
1010 Wien
Kontakt:
Dr. Marianne Baumgart
Aktuariat: Administration Gelehrtengesellschaft
T +43 1 51581-1290
