



Das Festjahr ist eröffnet: Auf den Tag genau 650 Jahre nach der Unterzeichnung ihrer Stiftung startete die Universität Wien in ein vielfältiges Programm zur Feier ihres Jubiläums. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gratuliert der Universität zum 650. Geburtstag herzlich – und überreichte zwei Geschenke, die die enge Verbundenheit der beiden Institutionen auf besondere Weise ausdrücken.
Als Rudolf IV. am 12. März 1365 die „Hohe Schule“ in Wien per Unterschrift auf Pergament stiftete, bestätigte er damit nicht nur die Schaffung der ältesten Universität im heutigen deutschsprachigen Raum. Er legte auch den Grundstein für eine Institution, die 650 Jahre später als größte Universität im deutschsprachigen Raum und als eine Bildungs- und Forschungseinrichtung von internationalem Rang und Format gilt.
Grundstein und Dokument
Ein Grundstein und ein außergewöhnliches Dokument spielten zugleich am Eröffnungstag der Feierlichkeiten zum 650-jährigen Jubiläum eine Rolle. Denn die ÖAW gratulierte der Universität Wien mit zwei „Geschenken, mit denen wir die enge Verbindung zur Universität Wien ausdrücken möchten“, wie ÖAW-Präsident Anton Zeilinger bei deren feierlichen Überreichung an Heinz Engl, Rektor der Universität Wien, betonte.
Den Grundfesten des Akademiegebäudes aus dem tiefsten Kellerpunkt der ÖAW entnommen, wurde zunächst ein Gründungsstein als Symbol für die gemeinsame Geschichte der beiden Institutionen überreicht: Vor ihrer Übersiedlung an die Wiener Ringstraße im 19. Jahrhundert residierte die Alma Mater Rudolphina Vindobonensis in der 1753-1755 errichteten „Alten Universität“ – dem heutigen Hauptgebäude der Akademie.
Verbundenheit
Die seit den Anfängen der ÖAW bestehende enge personelle und wissenschaftliche Verflechtung der beiden Institutionen verdeutlichte indes ein der Universität überreichtes Schreiben: Darin spricht ein Privatdozent der Universität Wien der Akademie für die Zuerkennung eines wissenschaftlichen Preises seinen „ergebensten Dank“ aus. Der Name des den Brief unterzeichnenden Wissenschaftlers: Dr. Erwin Schrödinger, späterer Nobelpreisträger für Physik und Namenspatron unter anderem des Erwin Schrödinger Instituts für Mathematische Physik der Universität Wien sowie des Erwin Schrödinger Preises der ÖAW.
Sinnbildlich für die bis in die Gegenwart bestehende enge Verflechtung der beiden Institutionen war darüber hinaus die feierliche Überreichung der beiden Geschenke: ÖAW-Präsident Zeilinger ist nicht nur Alumnus der Universität Wien, sondern zugleich Gruppenleiter am Vienna Center for Quantum Science and Technology, einer Einrichtung von Universität Wien, ÖAW und Technischer Universität Wien; Rektor Engl wiederum ist nicht nur wirkliches Mitglied der ÖAW, sondern auch Gründungsdirektor des Johann Radon Institute for Computational and Applied Mathematics der ÖAW. Die Überreichung lässt somit mit Zuversicht auf die nächsten Jahrhunderte der exzellenten und engen Zusammenarbeit zwischen Universität Wien und ÖAW blicken.
Weitere Informationen zum Festjahr