Starke Beziehungen
18.03.2016
Es sind nicht einmal 500 Kilometer, die Belgrad und Beč, zu Deutsch Wien, trennen. Doch in der gemeinsamen Geschichte galten die Beziehungen zwischen Serbien und Österreich bekanntlich nicht immer als die besten. Seit geraumer Zeit arbeiten die Wissenschaften beider Länder mit großem Engagement und Erfolg daran, diese Beziehungen nachhaltig zu verbessern. Wie ein Besuch von Anton Zeilinger, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), bei seinem Amtskollegen Vladimir Kostić an der Serbischen Akademie der Wissenschaften im März 2016 verdeutlichte, ist das wissenschaftliche Miteinander intensiver denn je – und gibt daher reichlich Anlass für einen optimistischen Blick in die Zukunft.
Vertiefte Kooperation
Denn die Beziehungen der ÖAW mit ihren Partnerakademien am Balkan sind längst als ebenso solide wie ertragreich zu betrachten. Bereits seit 2005 besteht ein Kooperationsabkommen mit der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Belgrad, mit der die ÖAW, ihre Mitglieder und Institute eine enge Zusammenarbeit gerade auch in der Forschung pflegen. Die Bilanz dieser Kooperation, von Sprach- und Literaturwissenschaften über die Archäologie bis hin zur Physik, weist derzeit unter anderem acht ÖAW-Forschungsprojekte, 44 Forschungsaufenthalte von ÖAW-Wissenschaftler/innen in Serbien sowie 32 wissenschaftliche Aufenthalte von serbischen Forschenden in Österreich auf.
Neue Kontakte
Ziel des jetzigen Aufenthalts von ÖAW-Präsident Zeilinger in Belgrad war vor dem Hintergrund dieser positiven Bilanz folglich, die wissenschaftlichen Beziehungen weiter zu festigen und auszubauen. Bei einem Besuch am Institute of Technical Sciences der Serbischen Akademie der Wissenschaften sowie einem quantenphysikalischen Fachvortrag von Zeilinger konnten wissenschaftliche Themen debattiert, neue Kontakte geknüpft und bestehende intensiviert werden. So wurde etwa darüber gesprochen, wie im Rahmen des bestehenden Abkommens der wissenschaftliche Nachwuchs beider Länder in der Forschung noch enger zusammenarbeiten kann. Zudem wurde die Gelegenheit des Zusammentreffens mit dem serbischen Akademiepräsidenten genutzt, um die Einladung zur Teilnahme an der Generalversammlung der All European Academies (ALLEA), die im April an der ÖAW stattfindet, zu erneuern.
Eine Vertiefung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit stellt, wie sich alle Beteiligten einig waren, nicht nur für die beiden Akademien eine große Chance dar, sondern auch für die gesamte Wissenschaftsregion. Schließlich gilt es, Akzente setzen und zukünftige Herausforderungen in Europas Forschungs- und Wissenschaftslandschaft gemeinsam begegnen zu können.