11.11.2020

Schneller Corona-Nachweis im Schul-Bus

Mit RT-Lamp lassen sich Verdachtsfälle schnell, einfach und günstig auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 testen. Nun kommt der Test in einem Pilotprojekt bei Schüler/innen und Lehrer/innen in Niederösterreich zum Einsatz. Das Besondere dabei: Ein Bus mit mobilem Testlabor fährt direkt zur Schule. Entwickelt wurde das neue Testverfahren von Forscher/innen der ÖAW und des IMP.

© IMBA/IMP

Den einfachen und raschen Nachweis von Erbgut des SARS-CoV-2-Virus ohne großen Geräteaufwand erlaubt eine von Wiener Forscher/innen entwickelte Methode namens "RT-LAMP". Gemeinsam mit der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wurde das Verfahren erfolgreich auf seine Genauigkeit überprüft. Nun kommt es in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium in einem mobilen Testbus an Schulen zum Einsatz. Ab Dezember startet ein entsprechendes Pilotprojekt im niederösterreichischen Bezirk Mödling.

Wie auch beim Standardverfahren zum Nachweis des neuen Coronavirus - dem PCR-Test - geht es beim "Reverse-Transcription Loop-mediated isothermal AMPplification"-Verfahren (RT-LAMP) um den direkten Nachweis von Erbgut des Virus. Die Methode ist seit rund 20 Jahren etabliert. Ein Team um Andrea Pauli vom Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) und Julius Brennecke vom IMBA - Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) entwickelte sie speziell für den Einsatz in der Covid-19-Pandemie weiter.

Keine Hightech-Laborgeräte notwendig

Im Gegensatz zum PCR-Test sind für RT-LAMP keine Hightech-Laborgeräte notwendig. Die zuvor inaktivierte Probe - beim RT-LAMP-Bus ist das eine leicht anwendbare Gurgellösung - kommt in Kontakt mit einem speziellen Reagenz ohne aufwendige Vorbehandlung. Die Vervielfältigung des Virus-Erbguts erfolgt durch Enzyme bei einer konstanten Temperatur von 63 Grad Celsius. Von der Probe zum Resultat dauert es etwa 45 Minuten. Ist Virus-Erbgut in der Probe, wechselt die Flüssigkeit die Farbe.

Der von ÖAW und IMP am Vienna Biocenter entwickelte Test kann die infizierten Personen somit schneller und kostengünstiger als die PCR-Variante erkennen. Ein weiterer Vorteil: Die Wissenschaftler/innen können mittlerweile die notwendigen Enzyme selbst produzieren und stellen die gesamte Testmethode Open Access auf der Website www.rtlamp.org frei zur Verfügung.

Beim Pilotprojekt in Niederösterreich ist der RT-Lamp-Test zunächst für jene Schulen gedacht, an denen bereits ein positiver Fall vorliegt, um ein Screening bei den Kontaktpersonen durchzuführen. Diese wissen dann rasch, ob sie sich angesteckt haben.

 

Service

www.rtlamp.org

 


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