Der Onlinehandel boomt. Die Anteile am Gesamtkonsum wachsen rasant, insbesondere bei jungen Menschen. Für Jugendliche ist es heute selbstverständlich im Internet zu arbeiten, soziale Kontakte zu pflegen, und auch zu konsumieren. Aber was hat das Shopping vom gemütlichen Sofa aus tatsächlich für Vor- und Nachteile in der Welt außerhalb des Wohnzimmers?
Im Rahmen des Jugendforums „Shopping Um(die)Welt“ diskutierten am 10. Oktober Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren diese und ähnliche Fragen. Die Ergebnisse werden von VertreterInnen des Jugendforums persönlich an Umweltminister Andrä Rupprechter (BMLFUW) übergeben. Das Jugendforum wurde im Auftrag des Umweltministeriums vom Institut für Technikfolgenabschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gemeinsam mit der Agentur PlanSinn organisiert.
Ich shoppe, also bin ich
Etwa jedes dritte Paar Schuhe wird heute online gekauft. Das bleibt nicht ohne Folgen, denn jeder Kauf und jede Reklamation lösen komplexe Logistikketten aus. Durch das Einkaufen per Klick werden die Auswirkungen jeder Kaufentscheidung für uns aber noch weniger greifbar als beim Kauf im Geschäft. Wir wissen nicht, wie die Ware beim Händler gelandet ist, wer sie wie produziert hat, und welche Arbeitsschritte dafür notwendig waren. Selbst die Versendung von Paketen passiert unter teils prekären Arbeitsbedingungen.
„Konsumpolitik ist für die Gruppe der 16 bis 18-Jährigen ein brandaktuelles Thema. Mit dem gemeinsamen Erarbeiten von Vorschlägen für die Politik wird das Verantwortungsgefühl für das eigene Einkaufsverhalten gestärkt“, meinte ITA-Projektleiterin Mahshid Sotoudeh. Jugendliche in Fragen von Konsumpolitik miteinzubeziehen sei daher sinnvoll und notwendig, denn: „Konsumpolitische Entscheidungen beeinflussen die gegenwärtige und zukünftige Lebenswelt von jungen BürgerInnen in Österreich.“
Die gewonnenen Informationen sollen auch in Form von Infomaterialien zu fairem Konsum andere Jugendliche erreichen, und Entscheidungshilfen für die Politik liefern. Von 13. bis 18. Oktober sind die Empfehlungen außerdem im Rahmen der Ausstellung „Klimesch – das Geschäft mit den Dingen“ im Volkskundemuseum zu sehen.