




Mit der Weisung, zu prüfen, ob es notwendig sei, ein „technologisches Institut“ in Wien zu errichten, brachte Kaiser Franz II. einen Stein ins Rollen, der bis in die Gegenwart mit Höchstgeschwindigkeit unterwegs ist. Denn wie sich zeigte, war es nicht nur im Jahr 1815 notwendig, das „kaiserlich-königliche polytechnische Institut in Wien“ tatsächlich zu gründen – auch 200 Jahre später ist die nunmehrige Technische Universität (TU) ein zentraler Pfeiler des Fortschritts und der Innovation in Wien und Österreich. Auch die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat der TU einiges zu verdanken. Das brachte sie anlässlich der Feier zur Gründung der TU am 6. November 2015 mit einem besonderen Zeichen der Verbundenheit zum Ausdruck.
Nicht nur, dass Johann Joseph Prechtl, der Gründungsdirektor des polytechnischen Instituts, im 19. Jahrhundert zu den namhaftesten Unterstützern der Gründung einer Akademie der Wissenschaften in Wien zählte, welche schließlich 1847 erfolgte. Prechtls Institut war auch jener Ort, an dem sich die Akademie konstituierte und in den ersten Jahren ihres Bestehens, bis zur Übersiedlung in das heutige Hauptgebäude der ÖAW, tagen konnte.
Gemeinsame Bande seit 150 Jahren
Im Laufe der gemeinsamen mehr als 150-jährigen Geschichte riss die Bande zwischen den beiden Institutionen nie ab. Bis in die Gegenwart stellen Wissenschaftler/innen der TU Wien einen bedeutenden Teil der Gelehrtengesellschaft der ÖAW, derzeit finden sich in den Reihen der ÖAW-Mitglieder mehr als 40 Professor/inn/en der TU. Eng wurde und wird auch in der Forschung zusammengearbeitet, von Gemeinschaftseinrichtungen wie dem von TU Wien, ÖAW und Universität Wien betriebenen Vienna Center for Quantum Science and Technology und dem von denselben Partnern organisierten Doktoratskolleg „Particles and Interactions“ über gemeinsam organisierte Großveranstaltungen wie dem Gipfeltreffen der Teilchenphysik auf der EPS-HEP-Konferenz im Sommer 2015 bis hin zu zahlreichen Formen der Kooperation auf der Ebene einzelner Forschungsprojekte.
Bei der Feier zum 200-jährigen Bestehen der TU Wien am 6. November 2015 bedankte sich ÖAW-Präsident Anton Zeilinger, der selbst an der TU tätig war, für diese traditionelle Partnerschaft mit einem besonderen Geschenk: einer historischen Ansicht, die das Gebäude der Technischen Universität um die Wende zum 20. Jahrhundert zeigt. Und damit jenen Ort, an dem dank der Unterstützung des polytechnischen Instituts auch für die Akademie der Stein ins Rollen kam. Folglich betonte auch Zeilinger: „Die an der Technischen Universität Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften betriebene innovative Grundlagenforschung führt auf den gleichen Ursprungsort zurück. Dies verbindet uns nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in unserer gemeinsamen Zukunft.“