

Noch schaut es gut aus für Österreichs Gletscher: Die schützende Schneedecke am Hallstätter Gletscher / Dachstein, am Mullwitzkees und am Venedigerkees in den Hohen Tauern liegt auch im Frühjahr 2015 im langjährigen Mittel. Die jeweils etwa drei Meter dicken Schneedecken werden die vergletscherten Regionen noch mehrere Wochen schützen können. Das ist das Ergebnis der Frühjahrsbegehung 2015, die unter der Leitung der Glaziologin Andrea Fischer vom ÖAW-Institut für Gebirgsforschung durchgeführt wurde. Das Institut beteiligt sich an der Betreuung einiger langfristiger Messreihen sowie an der Weiterentwicklung numerischer Modelle. Andrea Fischer ist darüber hinaus die Leiterin des Gletschermessdienstes des Österreichischen Alpenvereins.
Wie es mit Österreichs Gletschern weitergeht, hängt letztlich von den Temperaturen im Sommer ab. Ausreichend Schnee im Spätwinter 2014/2015 hat die Ausgangssituation für die Schmelzperiode im Sommer 2015 entschärft. Dennoch besteht kein Zweifel, dass auch dieses Jahr Pasterze & Co wieder viele Meter ihrer Eiszunge einbüßen werden. Auch wenn der durchschnittliche Längenverlust Österreichs Gletscher im Jahr 2014 nur zehn Meter betrug, wurde die Pasterze (Glocknergruppe) dennoch um 53 Meter, der Gepatschferner (Ötztaler Alpen) sogar um 91 Meter kürzer. „Dieses Beispiel zeigt, dass man sich für Bewertungen nicht auf punktuelle Ergebnisse allein berufen darf. Erst wenn wir die enge räumliche und zeitliche Variabilität in die Modelle einfließen lassen können, sind differenzierte Trendanalysen möglich“, erklärt Andrea Fischer. Zugute kommt den heimischen Gletscherforscher/innen, dass ihnen, verglichen mit anderen Gebirgen, hervorragende Langzeitmessungen zur Verfügung stehen. Die am IGF von der Arbeitsgruppe um Andrea Fischer erhoben Datensätze sind übrigens als elektronische Publikationen auf der Datenbank des Alfred Wegener Institutes des Helmholtz- Zentrums für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven zeitnah verfügbar.
Die aktuellen Entwicklungen der heimischen Gletscher bleiben nicht der wissenschaftlichen Fachwelt vorbehalten. Andrea Fischer und Kolleg/innen haben 2009 ein öffentliches Gletschertagebuch initiiert.
Gletscherbegehung 2015
Weitere Informationen
Kontakt:
PD. Dr. Andrea Fischer
Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung - IGF
T+43 512 507-49451