

Das Erich-Schmid-Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat einen neuen Direktor. Jürgen Eckert, Professor für Materialphysik, steht seit Kurzem an der Spitze der Materialforschung in Leoben. Das nach dem österreichischen Physiker Erich Schmid benannte Institut (ESI) untersucht in Kooperation mit anderen Forschungseinrichtungen und Industriepartnern die Grundlagen für neuartige auch technisch relevante Materialien.
„Das ESI zählt zu den weltweit führenden Instituten im Bereich der Untersuchung mechanischer Eigenschaften komplexer Werkstoffe und Materialsysteme auf allen Längenskalen. Es entwickelt neue Konzepte zur Beschreibung und Vorhersage der Struktur-Eigenschafts-Beziehungen durch Kombination hochentwickelter experimenteller Methoden und theoretischer Modelle“, umreißt der neu bestellte Direktor, der als anerkannter Fachmann auf dem Gebiet neuartiger amorpher anorganischer Werkstoffe gilt, die Expertise des Instituts.
Leibniz-Preisträger und Werkstoffexperte
Jürgen Eckert, geboren 1962 in Bayreuth, studierte Werkstoffwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg. Nach seiner Promotion kam er 1993 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden und wurde ein Jahr später Leiter der dortigen Abteilung „Metastabile und nanostrukturierte Materialien“. 2003 folgte er einem Ruf als Professor an die Technische Universität Darmstadt und wechselte drei Jahre später an die Technische Universität Dresden, wo er als Professor für Werkstoffsynthese und Analytik lehrte.Jürgen Eckert ist Preisträger des renommierten Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preises der Deutschen Forschungsgemeinschaft und war bis zu seiner Bestellung zum Direktor des Erich Schmid Instituts wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung in Dresden. Sein besonderes Forschungsinteresse gilt der Phasenbildung, also der intensiven Mischung von Materialien im Größenbereich von Mikro- bis Nanometer, und den physikalischen Eigenschaften neuer Funktions- und Strukturmaterialien, die auf metastabilen Phasen basieren.
Material für die Zukunft
Die Erforschung metastabiler Materialien, die in Transport- und Energiesystemen, aber auch in der Medizin- und Kommunikationstechnik zur Anwendung kommen, ist für das maßgeschneiderte und damit auch ressourcenschonende und energieeffiziente Materialdesign der Zukunft von großer Bedeutung.
Das ESI betreibt mit Projekten wie beispielsweise USMS-Ultra Strong Materials oder Development of new fracture resistant materials and components umfangreiche Forschungen auf diesem Gebiet, die der neue Direktor intensivieren und ausbauen möchte: „Ich freue mich sehr, das Profil des ESI durch das Einbringen meiner Expertise zu metastabilen Hochleistungswerkstoffen weiterzuentwickeln und seine international exzellente Stellung weiter zu stärken.“