Seit zehn Jahren dient Europlanet bereits als Plattform für einen regen Ideen- und Wissenschaftleraustausch und unterstützt seine Projektpartner dabei, sowohl wissenschaftliche Tools und Forschungseinrichtungen als auch Datensätze effektiv und gemeinsam zu nutzen. Das Projekt verknüpft Forschung mit Industrie, Interessensvertretungen, Politik und der Öffentlichkeit.
Wie schon in den vergangenen Projekten spielt das IWF der ÖAW in Graz auch bei Europlanet 2020 eine maßgebliche Rolle. Es wird internationale Workshops organisieren und Wissenschaftler aus ganz Europa an einen Tisch bringen, um gemeinsam neue Forschungsprojekte in die Wege zu leiten und umzusetzen. Der leichte und freie Zugang zu Messdaten und physikalischen Computermodellen, insbesondere zu Beobachtungsdaten von Weltraummissionen, ist essentiell, um die wissenschaftliche Exzellenz Europas aufrecht zu erhalten und noch zu verstärken. „Internationale Kooperation ist ein Schlüsselfaktor zur bestmöglichen Auswertung wissenschaftlicher Daten“, meint IWF-Planetologe Günter Kargl und nennt ein Beispiel: „Erdgebundene Beobachtungskampagnen zur Unterstützung der Kometen-Mission Rosetta wären ohne die dazu nötigen Workshops beinahe unmöglich. Europlanet 2020 bietet dazu ausreichend Gelegenheit.“
Zusätzlich wird sich das IWF am Aufbau eines Virtuellen Observatoriums und an der Integration von Amateur-Astronomen beteiligen. Ihre Beobachtungen stellen eine ideale Ergänzung zur professionellen Forschung dar. „Um ihr Potenzial optimal nützen zu können, unterstützen wir die Amateure bei der Teilnahme an Workshops und auch bei der Einbindung ihrer Beobachtungsdaten in die web-basierte Datenbank von Europlanet 2020“, ergänzt Projektmitarbeiter Manuel Scherf.
Offizieller Projektstart ist beim Kick-Off-Meeting im Rahmen des European Planetary Science Congress in Nantes am 27. September 2015. Europlanet 2020 wird bis August 2019 im Rahmen des EU-Forschungsprogramms Horizon 2020 gefördert.
