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HOHE EU-FÖRDERUNG FÜR ÖAW-FORSCHER JULIUS BRENNECKE

Der Biologe vom Institut für Molekulare Biotechnologie der ÖAW erhält einen Consolidator Grant des European Research Council.

22.12.2015
Bild: Micheal Sazel/IMBA
Bild: Micheal Sazel/IMBA

Für manche Menschen mögen Fliegen eher lästig sein. Nicht so für Julius Brennecke. Denn die Fruchtfliege Drosophila ist sein wichtigster Forschungsgegenstand. An ihr untersucht der Forscher des Instituts für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) Signalwege auf molekularer Ebene. Dafür wurde er bereits 2010 vom European Research Council (ERC) mit einem Starting Grant ausgezeichnet. Nun erhält er eine weitere hohe Förderung des ERC: einen mit 2 Millionen Euro dotierten Consolidator Grant.

Der in München geborene Forscher, der nach Stationen in Deutschland und den USA ans IMBA kam und dort seit 2014 Senior Gruppenleiter ist, konnte sein Labor in den vergangenen Jahren als eines der weltweit führenden in der Erforschung der RNA Interferenz etablieren. Eine Position, die nun weiter ausgebaut werden soll. Denn die Förderung ermögliche ihm, so Brennecke „weiterhin Top-Wissenschaftler zu rekrutieren und mehr Risiko bei den Projekten einzugehen.“

Molekulare Signalwege und „springende Gene“

Brennecke und sein Team widmen sich im speziellen den molekularen Prozessen des piRNA Signalweges. Dieser Mechanismus, der in allen Tieren zu finden ist, gehört zur Gruppe der RNA (Ribonukleinsäure) Signalwege, die maßgeblich an der Regulation von Genen, Viren und Transposons, sogenannten „springenden Genen“, beteiligt sind. Das Besondere am piRNA Signalweg ist, dass er wie ein Schutzmechanismus für das Genom wirkt. Denn Transposons sind Abschnitte in der Erbsubstanz DNA, die von einem Ort zum anderen springen können und dadurch oft schädliche Mutationen verursachen. PiRNA Signalwege sind jedoch in der Lage Transposons in den Zellen zu unterdrücken. Welche molekularen Prozesse dabei eine Rolle spielen, möchte Brennecke mit seiner Forschungsarbeit aufklären.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dann in weiterer Folge auch in alternativen Modellorganismen, wie etwa Mäusen, auf ihre Gültigkeit getestet werden. Brennecke: „Unser Fokus lag bisher ausschließlich auf dem Modellorganismus Fruchtfliege. Ich sehe die ERC Unterstützung wie einen Vertrauensvorschuss. Wir wollen daher unser bisher erlangtes Wissen auch dazu nutzen, um neue Richtungen einzuschlagen.“

34 ERC-Grants an ÖAW-Institute

Mit dem neuen ERC-Consolidator Grant steigt die Anzahl der an den Instituten der ÖAW für herausragende Forschungsleistungen eingeworbenen höchstdotierten Forschungspreise des ERC weiter. Sie beläuft sich nun, einschließlich der Starting Grants, Advanced Grants und der Proof of Concept Grants, auf insgesamt 34 Auszeichnungen seit Beginn der Vergaben.