Münzen und Medaillen aus allen Epochen der Menschheitsgeschichte stehen seit Jahrzehnten im Mittelpunkt des Forschungsinteresses von Michael Alram. Nun wurde dem Historiker, Direktor des Münzkabinetts des Kunsthistorischen Museums Wien und Vizepräsidenten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) selbst eine Medaille verliehen. Für seine herausragenden wissenschaftlichen Beiträge auf dem Gebiet der Numismatik erhielt Alram den einmal jährlich verliehenen „Archer M. Huntington Award for Excellence in Numistmatic Scholarship“ der American Numismatic Society.
Die Auszeichnung in Form einer Medaille wurde Michael Alram am 7. Juni 2016 am Hauptsitz der numismatischen Gesellschaft in New York City überreicht. Alram hielt in diesem feierlichen Rahmen auch die alljährliche „Silvia Mani Hurter Memorial Lecture“ zum Thema „Money and Power in Ancient Bactria“.
„Michael Alram hat seine gesamte wissenschaftliche Laufbahn der Numismatik gewidmet und sich eingehend mit diesem Forschungsfeld befasst. Seine akademischen Referenzen, von zahlreichen Ehrungen über Leistungen in der Lehre bis hin zu einer Vielzahl an Führungspositionen, haben ihn zu einer naheliegenden Wahl für diese angesehene Auszeichnung gemacht. Die gesamte numismatische Community ist ihm zu Dank verpflichtet für seine lebenslange Arbeit in der Numismatik und seine Beiträge zu unserem Fach“, begründete Jere L. Bacharach, Vorsitzender des Huntington Commitee der ANS, die Verleihung der Auszeichnung an Michael Alram.
Der gebürtige Wiener widmete sich bereits zu Beginn seiner akademischen Karriere der Münzkunde. Alram studierte Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Antike Numismatik an der Universität Wien und wurde dort 1982 mit der Dissertation „Materialgrundlagen zu den iranischen Personennamen auf antiken Münzen: achaimenidische Satrapen, Persis, Sakas und Pahlavas“ promoviert. Bereits zuvor, von 1977 bis 1982, war er Mitarbeiter der Iranischen Kommission der ÖAW im Forschungsprojekt „Iranische Personennamen auf antiken Münzen“, seit 1982 Mitarbeiter der Numismatischen Kommission der ÖAW. Im gleichen Jahr nahm er auch seine Lehrtätigkeit am Institut für Numismatik der Universität Wien auf, an der er sich 1987 habilitierte. Alram wurde 1998 zum korrespondierenden und 2003 zum wirklichen Mitglied der ÖAW gewählt, deren Vizepräsident er seit 2013 ist. Seit 2008 ist er Direktor des Münzkabinetts des Kunsthistorischen Museums Wien.
Neben der ÖAW ist Alram u.a. auch Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts, des Istituto Italiano per l´Africa e l´Oriente in Rom sowie Fellow des Institute for the Study of the Ancient World der New York University und des Institute of Advanced Studies der Jawaharlal Nehru University in New Delhi. Für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Numismatik wurde er mit mehreren Auszeichnungen geehrt, darunter 2013 von der britischen Royal Numismatic Society und 2014 von der deutschen Gesellschaft für Internationale Geldgeschichte.
