Tag 14:
Heute ist Packtag. Und wie jedes Jahr beschleicht uns dabei ein bestimmtes Gefühl: Das Zusammenpacken und Inventarisieren ist viel mühseliger als das Auspacken am Beginn einer Expedition. Vielleicht, weil Aufregung und Vorfreude über die aufwendigen Arbeitsvorbereitungen hinwegtäuschten?
Bevor wir mit dem Aufräumen beginnen, nutzen Paul und ich jedenfalls noch den schönen Morgen, fahren mit den ATVs zum Meretta Lake und versenken dort noch rasch eine weitere Sensorkette. Dann: Boote mit dem Dampfstrahler reinigen, Fischnetze trocknen, alles was hier auf der Station bleibt, in einer Excel-Tabelle notieren, in Kisten packen und in unser Lagerabteil zurückbringen. Die Proben werden in Kühlboxen verpackt. Einen kleinen Teil davon nehmen wir mit, der größte Teil wird - nicht zuletzt wegen des hohen Gewichts - per Luftfacht an die Labors geschickt. Am Nachmittag wird es noch einmal spannend, weil der Flughafen plötzlich völlig eingenebelt ist. Rechtzeitig zur planmäßigen Ankunftszeit ist der Spuk aber vorbei und das First Air-Flugzeug kann landen. Morgen früh um 6:15 soll es uns nach Ottawa zurückbringen. Natürlich gilt: Weather permitting!
Knappe Landung
Wie uns der Pilot später erzählt, war seine Landung bei unserer Forschungsstation ein heikles Manöver. Das Flugzeug musste nämlich wegen eines Schadens am Tanklaster in Arctic Bay außerplanmäßig nach Hall Beach umgeleitet werden. Dort war aber nicht genug Treibstoff vorrätig, sodass die Maschine nur zum Teil aufgetankt werden konnten. Die Piloten hatten daher nur genug Treibstoff für einen einzigen Anflug auf Resolute Bay. Hätte die Wettersituation einen Checkanflug erfordert, hätte das Flugzeug umdrehen müssen. Eine seltsame Ironie des Schicksals - Ausgerechnet bei der Abreise scheint uns das Wetterglück hold zu sein!
Der „High Arctic“-Blog von Günter Köck:
ÖAW-Gebirgsforscher
Günther Köck forschte in der kanadischen Arktis. Er untersuchte mit
einem internationalen Team die Auswirkungen der globalen Erwärmung. Für
die ÖAW berichtete er über den Alltag in Resolute Bay.
Kontakt:
Dr. Günter Köck
Österreichische Akademie der Wissenschaften
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