Mit dem „Mailüfterl“ schrieb Heinz Zemanek 1958 Computergeschichte. Damals realisierte der Hochschulassistent an der TU mit einer kleinen Gruppe Studenten den ersten vollständig mit Transistoren arbeitenden Computer auf dem europäischen Festland. 1961 wechselte der mittlerweile habilitierte Zemanek an ein eigens eingerichtetes Laboratorium von IBM, das er bis 1976 leitete. 1964 wurde er außerordentlicher, 1983 ordentlicher Professor der TU Wien. 1979 wurde Zemanek korrespondierendes Mitglied, 1984 wirkliches Mitglied der ÖAW.
Heinz Zemanek erkannte als einer der ersten die Bedeutung der Software für die Computertechnologie. Die von seiner Gruppe entwickelten „Vienna Definition Language“ und „Vienna Definition Method“ erlangten Weltruf. Im Rahmen von Googles „Computer Heritage Program“ wurde Zemanek denn auch letztes Jahr als Pionier der frühen Computerwissenschaften geehrt. Der Träger des Großen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich erhielt 2003 den Kardinal-Innitzer-Preis für sein wissenschaftliches Lebenswerk. Er war Präsident der International Federation for Information Processing (IFIP) in Laxenburg und Gründungspräsident der Österreichischen Computergesellschaft, die seit 1985 den „Heinz-Zemanek-Preis“ vergibt.
Heinz Zemanek ist am 16. Juli 2014 im Alter von 94 Jahren verstorben.