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FÖRDERUNG DES ERC FÜR GIULIO SUPERTI-FURGA

Der wissenschaftliche Direktor des CeMM Forschungszentrums für Molekulare Medizin der ÖAW erhält die mit 2,5 Millionen Euro dotierte Auszeichnung bereits zum zweiten Mal.

24.03.2016
Giulio Superti-Furga. Bild: CeMM

Giulio Superti-Furga, wissenschaftlicher Direktor des CeMM Forschungszentrums für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Professor für Medical Systems Biology an der MedUni Wien, erhält einen mit rund 2,5 Millionen Euro dotierten Advanced Investigator Grant des Europäischen Forschungsrates ERC. Die Laufzeit der prestigeträchtigen Förderung beträgt 5 Jahre.

Entschlüsselung molekularer Krankheitsursachen

„ERC Grants sind die wichtigsten Förderungen für die Life Sciences in Europa, durch die Budgetkürzungen wird die Situation leider immer kompetitiver“, so Giulio Superti-Furga, der das am Campus der MedUni Wien und des AKH angesiedelte ÖAW-Institut aufgebaut hat und leitet: „Umso mehr freut mich die große Auszeichnung und Bestätigung für die Relevanz und Qualität der Forschung des CeMM“.

Ziel des CeMM ist es, durch die Entschlüsselung der molekularen Ursachen wichtiger Erkrankungen wie Krebs, Entzündungen und Immunstörungen die präzise Medizin der Zukunft vorzubereiten. Giulio Superti-Furga wurde bereits 2009 mit einem ERC Advanced Grant ausgezeichnet, 2011 erhielt er den ersten ERC Proof of Concept Grant in Österreich.

Erforschung zielgerichteter Therapien

Die aktuelle ERC-Förderung erhält der Molekular- und Systembiologe für die Erforschung jener Bestandteile in der Zellmembran, die für den Transport gelöster Stoffe in die Zellen verantwortlich sind. Vorangegangene Studien haben gezeigt, dass diese „Zell Tore“, die sogenannten SoLute Carrier Proteine (SLCs), eine wichtige Aufgabe in der Regulation des zellulären Metabolismus haben und für die Aufnahme von Medikamenten verantwortlich sind.

Unter dem Arbeitstitel „Game of Gates“ ist es das Ziel des Forschungsprojektes, die bisher unbekannten Spielregeln zu entschlüsseln, nach denen die Zellen ihre Tore öffnen oder schließen und damit das Eindringen von Stoffen erlauben oder verhindern. Giulio Superti-Furga: „Die SLCs wurden von der Wissenschaft bisher eher stiefmütterlich behandelt. Wir erwarten aber, dass die Erkenntnisse aus unserer Studie ganz wesentlich zu einem grundlegend neuen Verständnis der Zellphysiologie beitragen und damit den Weg für die Entwicklung neuer zielgerichteter Therapien menschlicher Erkrankungen bereiten.“

Giulio Superti-Furga studierte Molekulare Biologie an der Universität in Zürich und war wissenschaftlicher Mitarbeiter und Teamleiter am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie in Heidelberg. Von 1997 bis 2000 war er als Gastprofessor an der Universität Bologna tätig. Seit 2005 ist er wissenschaftlicher Direktor des CeMM der ÖAW, seit 2010 wirkliches Mitglied der ÖAW. Er ist zudem Mitglied unter anderem der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und der European Molecular Biology Organization (EMBO). Neben zahlreichen weiteren Auszeichnungen wurde Superti-Furga 2009 mit dem Großen Ehrenzeichen des Ordens für Verdienste um die Italienische Republik geehrt.