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Feuerwerk auf Tschuri

Rosetta hat auf Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko einen enormen Gasausstoß mit Hilfe eines Messinstruments vom Institut für Weltraumforschung der ÖAW beobachtet.

11.08.2015

Kurz bevor der Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko am 13. August seinen sonnennächsten Punkt erreichen wird, beobachten mehrere Instrumente an Bord der ESA-Raumsonde Rosetta einen enormen Gasausstoß. Das überraschendste Ergebnis lieferte dabei das Magnetometer, an dem auch das Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften beteiligt ist.


Am 29. Juli 2015 beobachtete Rosetta aus einer Distanz von 186 km den bislang heftigsten Gasausstoß des Kometen. Wie das Magnetometer herausfand, war diese Eruption so stark, dass sie das Magnetfeld des Sonnenwinds sogar über die Position der Raumsonde hinaus verdrängt hat.


Der Sonnenwind ist ein konstanter Fluss elektrisch geladener Teilchen, die von der Sonne wegströmen und das Magnetfeld der Sonne ins Sonnensystem hinaustragen. In der Umgebung des Kometen ist der Sonnenwind die einzige Quelle für ein Magnetfeld, denn frühere Messungen von Rosetta und Philae haben gezeigt, dass 67P kein eigenes Magnetfeld hat. Das vom Kometen ausgespuckte elektrisch geladene Gas- und Staubgemisch hindert den Sonnenwind daran, bis zum Kometen vorzudringen. So entsteht rund um den Kometen eine magnetfeldfreie Blase.

„Für das Magnetometer-Team bieten die Beobachtungen in der feldfreien Blase auch eine großartige Gelegenheit, um die Genauigkeit des Messgeräts zu erhöhen“, freut sich IWF-Weltraumforscher Martin Volwerk.
Nun ist 67P und mit ihm die Sonde nur noch zwei Tage vom Perihel entfernt, jenem Punkt, an dem der Komet der Sonne am nächsten kommt. „Die in diesem Zeitraum gewonnenen Daten sind für die plasmaphysikalische Grundlagenforschung von besonderer wissenschaftlicher Bedeutung. Mit ihnen kann die Wechselwirkung des Sonnenwinds mit dem immer aktiver werdenden Kometen genau unter die Lupe genommen werden“, so Volwerk.

Weitere Informationen

Institut für Weltraumforschung der ÖAW