Giulio Superti-Furga, Molekularbiologe und wissenschaftlicher Direktor des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), ist einer von 44 Wissenschaftler/innen, die in der aktuellen Antragsrunde des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC) einen „Proof of Concept Grant“ bekommen. Die ÖAW ist zugleich die einzige österreichische Forschungseinrichtung, unter den mit diesem Förderpreis nun ausgezeichneten Institutionen.
Bereits vierte Förderung des ERC
Superti-Furga, der auch wirkliches Mitglied der ÖAW ist, wurde bereits zum insgesamt vierten Mal mit einem Grant des ERC bedacht. So erhielt er 2009 einen „Advanced Grant“, 2011 seinen ersten „Proof of Concept Grant“ und erst in diesem Jahr einen weiteren „Advanced Grant“ des EU-Forschungsförderers. „Proof of Concept Grants“ sind mit 150.00 Euro dotiert und werden ausschließlich an Forscher/innen vergeben, die bereits einen ERC-Preis erhalten haben. Der ERC will dadurch ermöglichen, Grundlagenforschung und frühe Phasen einer Anwendung miteinander zu verbinden.
Verbesserung personalisierter Therapien
Mit seiner aktuellen Förderung plant Superti-Furga Resistenzen bei Blutkrebs durch eine personalisierte Therapie zu durchbrechen. Dabei stützt er sich auf einen Methode, die am CeMM der ÖAW entwickelt wurde und bei der Zellen aus flüssigen Biopsien einzeln, aber auch parallel zahlreichen Wirkstoffen ausgesetzt werden. Eine automatisierte Mikroskopie sowie fluoreszierende Antikörper und Signalmoleküle zeigen an, ob die Therapie erfolgreich war. So kann die Wirkung von Substanzen auf jede einzelne Zelle untersucht und festgestellt werden, auf welche Medikamente sie ansprechen. Die Forscher/innen erhoffen sich dadurch bessere Entscheidungsgrundlagen für eine personalisierte Medizin.
