Jürgen Knoblich vom Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) erhält einen „Proof of Concept“-Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC). Es ist nicht der erste Wissenschaftsförderpreis, den Knoblich von der Einrichtung erhält: Bereits 2009 wurde er mit einem hoch dotierten „Advanced Grant“ des ERC ausgezeichnet.
Knoblich, wirkliches Mitglied der ÖAW und zugleich stellvertretender Direktor des IMBA, erhält die Förderung für seine Arbeit zu zerebralen Organoiden. Ihm und seinem Team ist es 2013 gelungen, aus verschiedenen Arten menschlicher Stammzellen die frühen Entwicklungsstadien des menschlichen Gehirns in einem dreidimensionalen Organkultur-Modell nachzubilden. Solche „Mini-Hirne“ eröffnen als Organkultur nicht nur die Möglichkeit, die Aktivitäten der Nervenzellen und ihre Kommunikation in einer frühen Entwicklungsphase zu untersuchen. Sie haben auch großes Potenzial für die Erforschung von Krankheiten und die Entwicklung von Medikamenten. Genau dazu will Knoblich mit dem „Proof of Concept“-Grant arbeiten.
Die Brücke, die damit zwischen Grundlagenforschung und frühen Phasen der Anwendung geschlagen wird, ist eines der Ziele, die mit der Förderung erreicht werden soll. Der „Proof of Concept“-Grant steht daher auch nur jenen Forscher/inne/n zur Verfügung, die bereits mit einem ERC-Preis gefördert wurden. Wie der ERC am 16. Oktober 2015 mitteilte, erhalten neben Knoblich insgesamt 43 weitere Forscher/innen jeweils 150.000 Euro, um das wirtschaftliche oder innovative Potenzial der Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeiten auszuloten.
