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Ein Verfechter des Wissens

Der Politiker, Industrielle, Akademiker und Stifter Hannes Androsch präsentierte in der ÖAW einen Rück- und Ausblick auf ein facettenreiches Leben.

11.09.2015
Bild: Benevento Publishing/APA-Fotoservice/Hörmandinger

Wenn es darum geht, problematische Entwicklungen aufzuzeigen, ist Hannes Androsch keiner, der mit seiner Meinung hinter dem Berg hält. "Zukunftsvergessen unverantwortlich“ bezeichnete er einmal die Ressourcenknappheit bei Bildung, Universitäten, Wissenschaft, Forschung und Innovation. „Eine überzeugende Perspektive für die Zukunft“ vermisste er in ganz Europa. Und „mehr Mut“ forderte er für Österreich ein. Fest steht, dass der Elder Statesman ein wortgewaltiger Verfechter des Wissens geworden ist, der nicht aufgibt, für die zentrale Bedeutung von Wissenschaft und Forschung für die Gestaltung der Zukunft einzutreten.

„Niemals aufgeben“ lautet auch der Titel der neu erschienen Biografie des heute 77-Jährigen, die einen Einblick in Androschs einzigartige Vita gibt und sowohl eine Lebensbilanz bietet, als auch nach vorne blickt. Präsentiert wurde das Buch am 10. September im Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Es hätte kaum einen passenderen Ort gegeben, denn Androsch ist der ÖAW eng verbunden: als Mitglied des Senats, als Stifter und nicht zuletzt eben als unbeirrbarer Förderer von Wissenschaft und Forschung.

„Niemals aufgeben“ ist für Androsch zugleich ein Lebensmotto, das ihn durch die zahlreichen und vielfältigen Stationen seiner Karriere führte, von seinen Anfängen als aufstrebender Student und Akademiker über den Aufstieg in Politik und Regierung bis hin zu seiner wirtschaftlichen Laufbahn als erfolgreicher Unternehmer. Es vermag zu überraschen, wie eng verwoben dabei Androschs persönliche Biografie, seine größten Erfolge aber auch Rückschläge, mit der österreichischen Zeitgeschichte sind. So berührt der im Gespräch mit dem Politologen und Journalisten Peter Pelinka aufgezeichnete und im Ecowin Verlag publizierte Rück- und Ausblick viele der Themen, die Österreich in den vergangenen Jahrzehnten beschäftigten – von der Alleinregierung unter Bruno Kreisky über die verstaatliche Industrie bis hin zur Bewältigung der Finanzkrise.

Starke Stimme für Wissenschaft und Forschung

Der Ausblick wiederum beschäftigt sich mit der Zukunft, und zwar nicht nur mit Hannes Androschs persönlicher, sondern auch mit jener des Landes. Das Buch solle, so Androsch in seiner Rede bei der Präsentation, insbesondere jungen Menschen im Land Perspektiven aufzeigen. Ein großes Anliegen ist ihm dabei der Bereich der Bildungs- und Forschungspolitik. In seinen vielfältigen wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Funktionen, unter anderem im Universitätsrat der Montanuniversität Leoben, als Stifter des „Hannes Androsch Preises“ bei der ÖAW, als Vorsitzender des Rates für Forschung und Technologieentwicklung und als Initiator des Bildungsvolksbegehrens, war und ist Androsch im Dienste der Wissenschaft aktiv und hat besonders für die Anliegen der Grundlagenforschung stets ein offenes Ohr.