1: V.l.n.r.: Erika Tuppy, Hans Tuppy, Reinhold Mitterlehner, Heinz Engl, Pascale Ehrenfreund, Anton Zeilinger.
2: V.l.n.r.: Anton Zeilinger, Hans Tuppy, Reinhold Mitterlehner. Fotos: Michael Weinwurm.
„Ein Leben für die Wissenschaft“, unter diesem Motto stand Peter Paleses Festvortrags zu Hans Tuppys 90. Geburtstag am 22. September im Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Doch gerade Tuppy verwies in seiner Dankesrede darauf, dass es „in unserem Leben vieles gibt, was sich der Wissenschaft entzieht, wo die Wissenschaft an Grenzen stößt und zwar vor allem dort, wo das Interpersonale, die Beziehungen zwischen Menschen am Werk sind“. Gefeiert wurde indes die öffentliche Person, der Wissenschaftler und Forschungspolitiker Hans Tuppy. Und mit einer der höchsten Auszeichnungen der Republik geehrt.
„Hans Tuppy hat als Forscher mit den besten Köpfen seiner Zeit zusammengearbeitet und als Politiker die Rahmenbedingungen für den Wissensstandort Österreich maßgeblich verbessert. Als Minister war er ein Vordenker der Bologna-Struktur und ein Wegbereiter der Internationalisierung an unserer Hochschulen. Mit dieser Auszeichnung ehren wir jahrzehntelange wissenschaftliche Leistung und Engagement als Wissenschaftsmanager sowie Politiker“, so Vizekanzler, Wissenschafts- und Forschungsminister Reinhold Mitterlehner bei der Überreichung des „Großen Goldenen Ehrenzeichen mit dem Stern für die Verdienste um die Republik Österreich“ an seinen ehemaligen Amtsvorgänger im Wissenschaftsressort.
Visionen und Fähigkeiten
FWF-Präsidentin Pascale Ehrenfreund, auch sie eine Nachfolgerin Tuppys, meinte: „Visionen und Ziele muss man nicht nur haben, sondern sie auch gegen Widerstände durchsetzen können. Hans Tuppy brachte diese Fähigkeiten mit. Heinz Engl, Rektor der Universität Wien, erinnerte seinerseits daran, dass „Hans Tuppy als Rektor und als Wissenschaftsminister die Grundlagen für die Internationalisierung der Uni Wien“ geschaffen hatte. Um Tuppys Engegament für Studierende, Doktoranden und Post-Docs weiterzuführen, initiieren die Universität Wien und die ÖAW gemeinsam die „Hans Tuppy-Lectures“. ÖAW-Präsident Anton Zeilinger betonte in seiner Rede: „In unserer Akademie waren und sind Hans Tuppys Worte in kritischen Phasen der Diskussion stets eine entscheidende Hilfe und Orientierung auf das übergeordnete Ganze. Durch sein Leben und Wirken ist er uns Vorbild, Herausforderung und Ansporn.“
Der an der New Yorker „Mount Sinai School of Medicine“ tätige Virologe und Influenzaforscher Peter Palese schließlich portraitierte in einer sehr persönlichen Festrede seinen einstigen Lehrer und Doktorvater als unermüdlichen Forscher und Optimisten. Als einen Mann, der über seine Fragestellungen maßgeblich zum Fortschritt der wissenschaftlichen Arbeit beigetragen und eine Reihe von Lebenswegen nachhaltig beeinflusst hat.