Um den Lärm vorbeirauschender Züge zu reduzieren, genügen Schallschutzwände. In der Nähe großer Bahnhöfe aber nimmt mit der Dichte der Züge auch die Belastung durch Lärm zu; und im Bahnhofsbereich selbst, ist mit Abschirmung nicht gedient. Wissenschaftler vom ÖAW-Institut für Schallforschung erkunden deshalb in im Auftrag von BMVIT und ÖBB geeignete Baumaßnahmen, um den Schall am Ort seiner Entstehung möglichst nicht zu verstärken.
Bahnsteigkanten und Dachkonstruktionen
Im Projekt WiABahn prüft ein Team unter der Leitung von Holger Waubke insbesondere die Ausführung von Bahnsteigen und Bahnsteigdächern auf ihre akustische Wirkung. Spezielle Bauformen und Materialien werden in Ihrer schalldämpfenden Wirkung verglichen. Das aktuelle Projekt baut auf zwei Vorgängerstudien des Instituts für Schallforschung auf: Eine hatte die Konstruktion von Lärmschutzwänden im Visier (RELSKG - Entwicklung eines vereinfachten Rechenverfahrens für Lärmschutzwände mit komplexer Geometrie). Die andere fokussierte auf die Psychakustik (PASS - Psychoakustische Analyse von schienen-verkehrsinduzierten Schallimmissionen). „Wir haben dabei Schwellenwerte für lästigeren bzw. weniger lästigen Lärm im Bahnbereich erhoben. Es hat sich bestätigt, dass die gemessene Lautheit, ein Maß für das Lautstärke-Empfinden ist. Es gibt die Lästigkeit besser wieder als der genormte gewichtete Pegel, der üblicherweise in Richtlinien und Gesetzesvorgaben verwendet wird“, erklärt WiABahn-Projektleiter Waubke.
Das Projekt WiABahn (Akustische Wirkung von gleisnahen Abschirmkanten und Bahnsteigdächern) ist ein von ÖBB und BMVIT vergebenes Projekt unter FFG-Betreuung (FFG-NR.: 845678). Das Institut für Schallforschung arbeitet daran in Kooperation mit dem Austrian Institute of Technology und dem ZTBüro Kirisits. Damit leistet das Institut für Schallforschung einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des Gesamtziels, nämlich ein realitätsnahes Rechenmodell für die Lärmbelastung in der Umgebung von Bahnhöfen zu schaffen.
Rückfragehinweis:
Prof. Dr. Holger Waubke
Leiter der Arbeitsgruppe physikalische und numerische Akustik
Institut für Schallforschung
T +43 1 51581-2507
holger.waubke(at)oeaw.ac.at