
Zwei ägyptische Papyri, nämlich der Londoner Medizinische Papyrus (ca. 1500 v. Chr.) und der Papyrus Hearst (ca. 1350 v. Chr.), berichten von einer Epidemie, die als "Asiatenkrankheit" bezeichnet und mit den Symptomen der Beulenpest beschrieben wurde. Bei einem Vortrag der Gesellschaft der Freunde der ÖAW kontextualisiert der Archäologie Manfred Bietak diese Berichte.
In "Die Pest und wie man ihr im alten Ägypten begegnete: Eine archäologische Studie" geht er zunächst auf Notbestattungen von asiatischen Immigranten aus der Zeit um 1700 v. Chr. in Tell el Dab‘a, dem alten Auaris ein und berichtet dann von der Errichtung eines Breitraum-Tempels vorderasiatischen Typs, der dem Wettergott Seth in Gestalt des syrischen Wettergottes Baal gewidmet war. Dieser Tempelbezirk und seine Verbindung zur berühmten Flottenstation Peru-nefer der Könige Tuthmosis III und Amenophis II. sind zentral für die Rekonstruktion des Umgangs mit der Seuche. Diese konnte nach dem Papyrus Hearst durch einen Zauberspruch an Gott Seth gebannt werden, was die in großem Stil erfolgte Erneuerung des Tempels für Seth erklären könnte.
Manfred Bietak, Mitglied der ÖAW und Forscher am Österreichischen Archäologischen Institut der ÖAW, leitete über 100 Grabungskampagnen in Sayala/Nubien, und er erbrachte den Nachweis, dass die Hyksoshauptstadt Avaris in Tell el-Daba im östlichen Nil-Delta lokalisiert war.
Anmeldung erbeten per Mail an andrea.traxler(at)oeaw.ac.at
Informationen
Termin:
19. März 2026, 18:30 Uhr
Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Theatersaal
Sonnenfelsgasse 19
1010 Wien
Kontakt für Fragen, Anregungen, Feedback:
Andrea Traxler
T: +43 1 51581-1510
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Gesellschaft der Freunde der ÖAW