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Bildnisse der Verbundenheit

Die Veterinärmedizinische Universität Wien feiert ihren 250. Geburtstag - die Akademie der Wissenschaften gratuliert mit zwei archivalischen Raritäten

19.06.2015
ÖAW-Präsident Anton Zeilinger, Vetmed-Rektorin Sonja Hammerschmid. Bild: fineprint.at

„Ich habe beschlossen hier eine Lehr-Schule zur Heilung der Vieh-Krankheiten errichten zu lassen,“ lässt Maria Theresia per Handbillet im März 1765 wissen. „Kleine RNA-Schnipsel fördern spezielle Lymphomerkrankungen,“ richtet dieselbe „Lehr-Schule“ per Website im Juni 2015 aus. Was zwischen diesen beiden Nachrichten liegt, darf mit Fug und Recht als ein besonders erfolgreiches Kapitel der österreichischen Wissenschaftsgeschichte bezeichnet werden. Zu ihrem 250. Gründungsjubiläum gewährt die heutige Veterinärmedizinische Universität (Vetmeduni) Wien Einblicke in ihre Geschichte – und erhielt von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ein Geschenk, das die lange Verbundenheit der beiden Institutionen verdeutlicht.

„Es liegen 250 sehr bewegte Jahre hinter uns“, sagte Sonja Hammerschmid, Rektorin der Vetmeduni Wien, bei den Jubiläumsfeierlichkeiten. Als „k.k. Pferde-Curen und Operationsschule“ ab 1767 zunächst der militärischen Sorge um die Gesundheit von Pferden gewidmet, wurde die heutige Vetmeduni Wien im Laufe der Jahrhunderte unter anderem zur „k. k. Thierspital- und Vieharzneyschule“, zur „k.k. Militär-Thierarzneischule“ und zum „k. (u.) k. Militär-Thierarznei-Institut“. Gegen Ende der Habsburgermonarchie wurde die Tierärztliche Hochschule aus der militärischen Verwaltung gelöst – um sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges mit neuen wissenschaftlichen Schwerpunktsetzungen und ab 1975 unter dem Namen „Veterinärmedizinische Universität Wien“ zu jener modernen und international renommierten Forschungsuniversität zu entwickeln, als die sie heute bekannt ist.

Kontinuität

Trotz aller historischen Umbrüche weist die Geschichte der Tierärztlichen Hochschule unverkennbare Linien der Kontinuität auf. So wurde sie ihrer Pionierrolle in Lehre, Forschung und tierärztlicher Praxis bereits bei ihrer Gründung als eine der damals weltweit ersten Einrichtungen ihrer Art gerecht - eine Rolle, die sie bis heute einnimmt, wie auch jüngste universitäre Fachrankings verdeutlichen.

Eine weitere Konstante, die bis in die Gegenwart reicht, stellt die Verbundenheit der Vetmeduni Wien mit der Akademie der Wissenschaften dar. So wirkten Professoren der Tierärztlichen Hochschule auch als Mitglieder der Akademie der Wissenschaften, von Armin von Tschermak-Seysenegg, der 1915 korrespondierendes Mitglied wurde, über den 1970 zum korrespondierenden Mitglied gewählten Otto Überreiter bis hin Gottfried Brem, seit 2012 wirkliches Mitglied der ÖAW.

„Als Zeichen der Verbundenheit“  überreichte ÖAW-Präsident Anton Zeilinger der Universitätsrektorin Sonja Hammerschmid zu den Jubiläumsfeierlichkeiten Raritäten aus dem Archiv der ÖAW: zwei historische Fotos aus dem Nachlass der Familie Tschermak-Seysenegg. Sie zeigen den erwähnten Armin von Tschermak-Seysenegg, der ab 1906 an der Tierärztlichen Hochschule bedeutende Reformen umsetzte und die Herauslösung aus der Zuständigkeit des Kriegsministeriums realisierte.

Welche Bedeutung dieser Verbundenheit auch in Gegenwart und Zukunft beizumessen ist, verdeutlicht beispielhaft eine ÖAW-Delegation, die im März 2015 Russland besuchte: Geleitet von ÖAW-Präsident Zeilinger führte diese unter anderem zum Institut für Pferdezucht der Russischen Akademie der Wissenschaften. Vortragender dort war Gottfried Brem - wirkliches Mitglied der ÖAW und Professor am Institut für Tierzucht und Genetik der Veterinärmedizinischen Universität Wien.