Bestaunt, prämiert, gefeiert: Beim European Science Film Festival sf2 am 4. und 5. Dezember 2015 in Wien zogen nicht etwa rote Teppiche oder glanzvolle Roben die Aufmerksamkeit des internationalen Publikums auf sich - sondern die herausragenden europäischen Wissenschaftsfilmproduktionen des vergangenen Jahres. Veranstaltet von der Jungen Kurie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), dem Naturhistorischen Museum Wien und den Terra Mater Factual Studios wurden im Rahmen des Festivals unter anderem die Träger der Wissenschaftsfilmpreise 2015 gekürt sowie persönliche Einblicke in die Arbeit des australischen YouTubers Derek Muller gewährt.
Mit mehr als 200 Millionen Views und drei Millionen YouTube-Abonnenten gilt dieser mit seinem Wissenschaftskanal Veritasium als eine Koryphäe dieses Videoportals und zugleich als Maßstab für gegenwärtige Trends und Entwicklungen im Wissenschaftsfilm. In Wien stellte Muller unter anderem seine international vielbeachtete Fernsehproduktion „Uranium – Twisting the Dragon’s Tail“ vor.
Weltraum und Logik
Spannung war auch bei der Vergabe der diesjährigen Filmpreise angesagt. Mit dem ersten Preis zeichnete eine internationale Jury die Produktion „Rosetta comet chaser, a journey to the origins of life“ des französischen Filmemachers Jean-Christophe Ribot aus, der unter anderem bereits mit der ARTE-Reihe „Les Villes du Futur“ aufzeigen konnte. Mit seinem neuesten Dokumentarfilm, in dem Ribot die Kometenjagd der europäischen Raumsonde Rosetta filmisch in Szene setzte, überzeugte er gleichermaßen Filmemacher wie Wissenschaftler.
Ausgezeichnet wurde ferner Jean-Louis Saporito, der für seinen bildgewaltigen Dokumentarfilm „Space weather – an urgent new sciences“ zum zerstörerischen Potential von Sonnenstürmen den sf2 Publikumspreis des Jahres 2015 erhielt. Die britische Filmemacherin Cat Gale wurde für „Joy of Logic“, einen anspruchsvollen Streifzug durch die Welt der Logik, mit dem Studentenpreis gekürt. Ein Sonderpreis ging an den jungen deutschen Filmemacher Dennis Rätzel für seinen Film „Undune“, einer fiktiven Geschichte der Kolonisierung des Mars.
Das European Science Film Festival findet zur Förderung des europäischen Wissenschaftsfilms seit 2007 in Wien statt. Im Rahmen des diesjährigen Festivals wurde neben Filmvorführungen, Diskussionen und Preisverleihungen auch eine Europäische Akademie des Wissenschaftsfilms ins Leben gerufen.
