
Alpa Shah ist Professorin für Sozialanthropologie an der Oxford University und Stipendiatin am All Souls College, zudem preisgekrönte Autorin von "Nightmarch" und "The Incarcerations". Auf Einladung des Instituts für Sozialanthropologie der ÖAW hält sie eine ISA International Guest Lecture zum Thema "The Limits of Multispecies Thought: Toward a Politics of Planetary Care and Human Responsibility". In diesem Vortrag wird sie die jüngste Hinwendung zu einem posthumanen, Multi-Spezies Denken vor dem Hintergrund der Klimakrise diskutieren. Sie wird die Notwendigkeit bekräftigen, die Beziehung zur Natur zu überdenken – insbesondere durch die Erkenntnisse indigener Kosmologien oder Ontologien –, und gleichzeitig die dringende Notwendigkeit einer Neuausrichtung der menschlichen Sozialbeziehungen erörtern.
Sie bezieht sich dabei auf Feldforschungen unter den Adivasis in Indien – indigenen Waldbewohnern, die historisch als Animisten bezeichnet wurden. Sie konzentriert sich dabei auf die Verhaftung, Inhaftierung und Tötung eines wichtigen Aktivisten, dessen Lebenswerk sie zur Entwickllung einer Politik der planetarischen Fürsorge motivierte. Die Vision der planetarischen Fürsorge umfasst eine aktive Auseinandersetzung mit den strukturellen Ungleichheiten kapitalistischer Ausbeutung, staatlicher Gewalt und damit verbundener sozialer Unterdrückung, während sie gleichzeitig die Umwelt als integralen Bestandteil der sozialen Reproduktion der Menschen und der Pflege gerechter Gemeinschaften wertschätzt.
Informationen
Termin:
30. Oktober, 16:00 Uhr
Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Postsparkasse, 4. Stock, Seminarraum 4A.1
Georg-Coch-Platz 2
1010 Wien
Kontakt:
sozialanthropologie(at)oeaw.ac.at
Institut für Sozialanthropologie der ÖAW