Von Big Data bis zu digitalen Tools und Services: Moderne Technologien und Infrastrukturen sind in der modernen Sprachforschung selbstverständlicher Bestandteil des wissenschaftlichen Alltags. Auch am Phonogrammarchiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) spielen digitale Werkzeuge seit langem eine zentrale Rolle in der Archivierung und wissenschaftlichen Bearbeitung von audiovisuellen Daten. Der europäische Forschungsverbund CLARIN (Common Language Resources and Technology Infrastructure) hat das Phonogrammarchiv aufgrund dieser Expertise nach einem speziellen Evaluierungsprozess nun zu seinem dritten europäischen „Knowledge-Centre“, dem ersten in Österreich, erklärt.
CLARIN verfolgt das Ziel, eine transnationale europäische Forschungsinfrastruktur für digitale Sprachressourcen zu etablieren, um die Schaffung neuer technologischer und infrastruktureller Grundlagen für die Sprachforschung zu unterstützen. Einerseits stellt es über seine Zentren in ganz Europa Daten und Services zur Verfügung, das erste Zentrum dieser Art in Österreich wurde 2014 am Austrian Centre for Digital Humanities – ACDH der ÖAW eingerichtet. Andererseits unterstützt CLARIN aus seinen „Knowledge-Centres“ heraus, zu denen nun auch das Phonogrammarchiv zählt, die Forschungscommunity mit einschlägigen Erfahrungen und Wissen zu Technologien und digitalen Infrastrukturen.
Bereits seit mehreren Jahren bringt das Phonogrammarchiv sein digitales Know-how über österreichische Mitglieder des CLARIN-Netzwerkes ein. Dabei konzentriert es sich auf Arbeiten an kontrollierten Vokabularien wie geographische Benennungen, Regionen oder Sprachvarietäten, die standardmäßige Aufbereitung digitaler Datenbestände und stellt Daten und Metadaten zur Verfügung. Eine Rolle, die es als neues Knowledge-Center künftig weiter auszubauen gedenkt.
