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100 Jahre Wiener Konzerthaus

Interdisziplinäre Tagung zum Wiener Konzerthaus als Institution und Gebäude 1913/2013

15.10.2013

Anlässlich des 100 Jahr-Jubiläums des Wiener Konzerthauses findet von 24. bis 25. Oktober 2013 eine internationale Tagung im Schönberg-Saal des Konzerthauses statt, die das Konzerthaus als Institution und als Gebäude in seiner Vielfältigkeit präsentiert. Die Veranstaltung findet in Kooperation von Wiener Konzerthausgesellschaft, Internationaler Musikforschungsgesellschaft (IMFG) und Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen (IKM) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) statt.

Mehrzweckgebäude

Die ersten Planungen, die zum heutigen Wiener Konzerthaus führten, setzten bereits 1895 ein, und schon damals stand fest, dass das neue Mehrzweckgebäude Platz für unterschiedliche und durchaus gegensätzliche Veranstaltungen bieten sollte, um breite Bevölkerungskreise anzusprechen (Konzerte, Eislaufverein, Bicycleclub etc.). Von 1911–1913 liefen die Planungs- und Bauarbeiten nach Entwürfen von Ludwig Baumann in Zusammenarbeit mit den bekannten Theaterarchitekten Ferdinand Fellner und Hermann Gottlieb Helmer. Am 19. Oktober 1913 fand die feierliche Eröffnung des neuen Konzerthauses in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph statt, und bis zur Inbetriebnahme der Wiener Stadthalle (1957/58) blieb der Große Konzerthaussaal der größte Veranstaltungssaal Wiens.

Die interdisziplinäre Tagung wird sich mit den letzten 100 Jahren Konzerthausgeschichte aus kunsthistorischer, musikwissenschaftlicher und kulturwissenschaftlicher Perspektive befassen. Der vergleichende Blick auf zentraleuropäische Konzertgebäude, etwa in Prag, Budapest, Zürich oder Varaždin soll die Entwicklung dieses modernen Bautypus für Kultur und Freizeit in Funktion und Raumprogramm verdeutlichen. „Der Stellenwert, der dem Stilbegriff ‚Klassik‘ sowohl in der architektonischen Gestalt des Konzerthauses als auch im Wiener Musikgeschehen der Jahrhundertwende beigemessen wurde, weist auf das semantische Potenzial des Konzerthauses hin“, betonen der Kunsthistoriker Richard Kurdiovsky und der Musikwissenschaftler Stefan Schmidl vom ÖAW-Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen.

Vielfältiges Konzerthaus-Porträt
Die Tagung widmet sich der künstlerischen und kulturellen Nutzung genauso wie Aspekten der Repräsentation und politischen Instrumentalisierung des Konzerthauses im Wechsel der Zeit, die anhand von Fallbeispielen exemplarisch aufgezeigt werden. Thematisiert werden aber auch Fragen von Image und internationaler Positionierung eines Konzerthauses in der vielbeschworenen „Musikstadt Wien“. Die Beiträge internationaler Wissenschaftler/innen aus Kroatien, Österreich, der Schweiz, Tschechien und Ungarn lassen so ein facettenreiches, vielfältiges Konzerthaus-Porträt entstehen.

Interdisziplinäre Tagung
Wiener Konzerthaus 1913/2013
24.–25. Oktober 2013
Wiener Konzerthaus, Schönberg-Saal, Lothringerstraße 20, 1030 Wien

Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung wird gebeten unter kunstgeschichte(at)oeaw.ac.at

Kontakt:
Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen (IKM) der ÖAW
Dr. Richard Kurdiovsky
T +43 1 51581-3546
richard.kurdiovsky(at)oeaw.ac.at
Dr. Stefan Schmidl
T +43 1 51581-3715
stefan.schmidl(at)oeaw.ac.at