»Zwischen Heiligenverehrung und „Götzendienst“: spätantike Ostraka aus Ephesos«

»Zwischen Heiligenverehrung und „Götzendienst“: spätantike Ostraka aus Ephesos«
Patrick Sänger | Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Seminar für Alte Geschichte
Der Vortrag bietet einen Überblick über die Ergebnisse des von der DFG geförderten und abgeschlossenen Projektes »Schriftkultur und Wirtschaftsleben im spätantiken Ephesos. Neue Ostraka und Inschriften auf Gebrauchskeramik«. Die dabei untersuchten beschrifteten Tonscherben unterteilen sich in zwei Gruppen. Die eine wurde im Jahr 2014 im Eingangsbereich des Serapeion entdeckt. Datierung und Inhalt der dort gefundenen Stücke deuten darauf hin, dass sie zu einer spätantiken Bauphase des Monumentes gehören; sie könnten also mit der Kirche in Verbindung gebracht werden, die im späten 4. und frühen 5. Jahrhundert innerhalb der Cella des Serapeion errichtet wurde. Die andere Gruppe gehört zu Fundmaterial, das in dem südlich der Marienkirche gelegenen spätantik-mittelalterlichen Stadtquartier zu Tage kam.
Der Schwerpunkt des Vortrages wird auf der Kontextualisierung von zwei besonders beachtenswerten Ostraka liegen: einerseits auf einem Text der Serapeion-Gruppe, der Anspielungen auf Hermione und Theotimos – zwei ephesische Heilige – enthält, andererseits auf einem Fluchtext aus den Ruinen des spätantik-mittelalterlichen Stadtquartiers. Diese Zeugnisse werden zeigen, dass der Informationsgehalt der neuen spätantiken Ostraka aus Ephesos weit über den Rahmen der Schriftkultur und des Wirtschaftslebens hinausgeht.
Informationen
Termin
7. April, 18:00 Uhr
Ort
Hollandstraße 11–13, 1020 Wien, 1. Stock
Es gilt die FFP2-Maskenpflicht während der Veranstaltung.
Kontakt
Astrid Pircher
