
»The mule in Roman history: a multidisciplinary perspective«
Vortragsreihe »Neue Bioarchäologische Forschungen« (NeuBioArch)
Elmira Mohandesan | Universität Wien, Department für Evolutionäre Anthropologie
In antiken Kulturen standen Mensch und Tier in vielfältiger Wechselbeziehung zueinander, doch gibt es aufgrund der Art der archäologischen Überlieferung nur wenige greifbare Beweise für diese Beziehung. Maultiere (weibliches Pferd x männlicher Esel), die seit der Antike im militärischen und zivilen Leben im Mittelmeerraum geschätzt wurden, wurden nach der römischen Eroberung und Besetzung nördlich der Alpen zu einem festen Bestandteil der Tierwelt. Trotz ihrer Bedeutung blieben sie in den römischen Tierbeständen weitgehend unsichtbar. Nun wurde zum ersten Mal untersucht, ob das Fehlen von Maultieren in den zooarchäologischen Aufzeichnungen auf mangelnde Identifizierung oder möglicherweise auf das tatsächliche Fehlen der Art zurückzuführen ist. Dabei wurde ein interdisziplinärer Ansatz angewandt, der Standardmorphologie (sMOR), geometrische Morphometrie (GMM) und paläogenomische Daten (aDNA) mit einer großen Anzahl von Exemplaren aus vorrömischen und römischen Pferdepopulationen kombiniert. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Bedeutung von Maultieren in der römischen archäologischen Überlieferung der alpinen Vorhand und vielleicht auch anderswo bisher überschätzt wurde.
Informationen
Termin
15. März 2022, 18.30 Uhr
Ort
online via Zoom
Teilnahmelink
Veranstalter
ÖAW-ÖAI, Bioarchäologische
Gesellschaft
Kontakt
Astrid Pircher
