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Matrilineal Kinship in the Aegean Neolithic and Bronze Age: An Anthropological Perspective

Hybridvortrag von Sabina Cveček | Österreichisches Archäologiosches Institut, Wien

Mittwoch 03.12.2025 05:12 Uhr
© Alram-Stern 2022, Fig. VI.27–37C; Cveček 2025, Fig. 2

Waren die Gemeinschaften in der Ägäis der Jungsteinzeit und Bronzezeit matriarchalisch, matrilinear oder einfach nur frauenzentriert? Diese Frage fasziniert Archäologen seit Jahrzehnten. Früher wurden Frauenfiguren oft als „Muttergöttinnen“ angesehen, also weibliche Gottheiten, die häufig für Mutterschaft, Fruchtbarkeit und Schöpfung standen, doch feministische Wissenschaftlerinnen warnten später vor solch weitreichenden Interpretationen. Dennoch ist in den letzten Jahren die Vorstellung wieder aufgekommen, dass alte Gesellschaften möglicherweise um mütterliche Verwandtschaftsbeziehungen und matrilineare Abstammung herum organisiert waren – wobei die familiären Bindungen über die Mutter weitergegeben wurden. In diesem Vortrag greift Sabina Cveček die Debatte wieder auf und untersucht, was verschiedene Arten von Beweisen – von der Gestaltung der Siedlungen bis zur Verwendung der Figuren – über das Geschlechterverhältnis und das Familienleben in der Ägäis der Jungsteinzeit und frühen Bronzezeit aussagen können. Anhand ethnografischer Beispiele zeigt sie, dass matrilineare Verwandtschaft nicht automatisch bedeutet, dass Frauen herrschten – eine wichtige Unterscheidung, um besser zu verstehen, wie diese frühen Gesellschaften strukturiert waren. Dieser Vortrag basiert auf Cvečeks Forschungen, die sie im Herbst 2021 am Österreichischen Archäologischen Institut in Athen durchgeführt hat, sowie auf ihrem kürzlich in Archaeological Dialogues veröffentlichten Artikel.

Informationen

 

Termin

3. Dezember 2025, 18:00 EET/17:00 CET

Ort
  • Österreichisches Archäologisches Institut – Außenstelle Athen, Leoforos alexandras 26, 10683 Athens
  • Zoom-Registrierung
Veranstalter

ÖAW-ÖAI

Kontakt

Efthymios Kakavogiannis


Einladung