
Am Beginn des 19. Jahrhunderts versuchten sich gleich mehrere Sprachforscher an der Entzifferung der Hieroglyphen, bis es schlussendlich J.-F. Champollion gelingen sollte, diese Schrift wieder zugänglich zu machen. Einer seiner größten Konkurrenten hierbei war der sächsische Forscher Gustav Seyffarth.
Von 1826 bis 1829 reiste dieser durch verschiedene ägyptische Sammlungen in Europa und dokumentierte zahlreiche Inschriften. Sein Aufenthalt am ägyptischen Museum in Turin überschnitt sich nicht nur mit jenem von Champollion, sondern auch mit der Entdeckung des Turiner Königspapyrus, den Seyffarth neben Champollion als erster bearbeitete. Beide sollten früh sterben, doch geriet Seyffarth anders als Champollion bald fast vollkommen in Vergessenheit. Seine Aufzeichnungen zum Turiner Königspapyrus wurden von Sir A. H. Gardiner (1959) mit „the benefit we can now receive from SI [i.e. Seyffarths Manuskript] is small: no signs now lost are there visible (...)“ kommentiert und blieben seither unbeachtet.
Dieser Vortrag wird das Leben Seyffarths und seine Aufzeichnungen zum Turiner Königspapyrus näher beleuchten und der Frage nachgehen, welchen Wert für die Erforschung der europäischen Sammlungen seine Schriften haben und ob sie nicht doch einige Überraschungen bereithalten.
Informationen
»Kulturen und Sprachen des Altertums«
Termin
16. Juni 2026, 18:00 MESZ
Ort
Otto Wagner Postsparkasse, Georg-Coch-Platz 2, 1010 Wien, Seminarraum 1-2, 3. Stock
Veranstalter
ÖAW-ÖAI
Kontakt
oeai-event(a)oeaw.ac.at
