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Das spätbronzezeitliche Gräberfeld Vomp – Fiecht-Au im Tiroler Unterinntal

Hybridvortrag | Wien

Mittwoch 18.10.2023 05:10 Uhr
Vomp – Fiecht Au, 2011: Konzentration von Steinkisten- und Urnengräbern in der Mittelzone der Nekropole (© TLMF/Sölder)

Vortragsreihe »World Archaeology Seminars« 

»Das spätbronzezeitliche Gräberfeld Vomp – Fiecht-Au im tiroler Unterinntal«

Wolfgang Sölder | Tiroler Landesmuseum, Archäologische Sammlung

Von 2005 bis 2016 erforschte das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum im Tiroler Unterinntal gegenüber dem spätmittelalterlichen-frühneuzeitlichen Montanzentrum „Silberstadt Schwaz“ die spätbronzezeitliche Nekropole Vomp – Fiecht-Au mit mindestens 511 Brandbestattungen. Nördlich des Inn im einstigen Überschwemmungsgebiet gelegen, erlaubten die eingeschwemmten Feinsedimente in sog. mannslangen Steinkisten unter Grabhügeln aus Geschiebesteinen nicht nur konstruktive Details zu den Holzeinbauten, sondern lieferten bisweilen auch bei Urnengräbern deutliche Hinweise wohl auf Metallbeigaben beschränkte antike Beraubungen. Importe aus Nord und Süd vermitteln das Tiroler Unterinntal als Drehscheibe für den Metallhandel aufgrund örtlich anstehender Kupfererze.
Den Beigaben nach wird man in den frühesten Brandbestattungen Zuwanderer aus dem nördlichen Alpenvorland vermuten. Vorsätzlich zerstörte und deformierte Waffenbeigaben weisen mit geschlechtsspezifischen Bronzen die männliche Elite aus, in Frauengräbern zeigen Doppelausstattungen von bronzenem Trachtschmuck, Prestigegüter und bronzene Gewandknöpfe mit Resten von Goldfolieüberzug den hohen sozialen Status an.

Informationen

 

Termin
18. Oktober 2023, 17.30 

Ort
ÖAW, Seminarraum, 3. Stock (Georg Coch-Platz 2, 1010 Wien)
und via Zoom
ZOOM LINK 

Veranstalter
ÖAW-ÖAI 

Kontakt
Sigrid Pratsch

 

EINLADUNG