05.11.2021

Internationale Auszeichnung für Grazer Weltraumforscher

Martin Reiss erhält Alexander Chizhevsky Medaille

Die prestigeträchtige "Alexander Chizhevsky Medal for Space Weather and Space Climate" ging dieses Jahr an den aus der Steiermark stammenden Forscher Martin Reiss vom Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Die Auszeichnung wird weltweit an junge Forscher*innen für herausragende wissenschaftliche Leistungen im Bereich Weltraumwetter verliehen. Bundesminister Heinz Faßmann gratulierte per Videobotschaft.

© IWF/ÖAW/Martin Reiss

Der Preis

Die Alexander Chizhevsky Medaille ist nach einem sowjetischen Biophysiker, Dichter und Maler benannt, der als Pionier in der Weltraumforschung gilt. Ausgezeichnet werden mit diesem Preis herausragende junge Wissenschaftler*innen, die ihr Doktorat in den vergangen acht Jahren abgeschlossen haben und bedeutende Beiträge zur Erforschung des Weltraumwetters geleistet haben. Die Auswahl der Preisträger*innen erfolgt weltweit durch ein internationales Komitee auf Basis der erbrachten wissenschaftlichen Leistungen, wobei ein besonderes Augenmerk auf innovative Forschungsansätze gelegt wird.

Der Preisträger

Martin Reiss studierte theoretische und computerorientierte Physik an der Universität Graz, wo er 2017 mit Auszeichnung promovierte. Ein Erwin-Schrödinger-Stipendium des österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) brachte den jungen Forscher ans NASA Goddard Space Flight Center in Greenbelt (USA), wo er einen innovativen Ansatz zur Modellierung des Sonnenwindes entwickelte. Seit seiner Rückkehr aus den USA arbeitet Reiss am Grazer Weltrauminstitut als Post-Doc in einem FWF-Projekt unter der Leitung von Christian Möstl. "Mit meiner Forschung möchte ich die Physik des Sonnenwindes in unserem Sonnensystem besser verstehen", so der Preisträger. Um dieses Ziel zu erreichen, untersucht Reiss insbesondere das Magnetfeld der Sonne, den Ursprung und die Beschleunigung des Sonnenwindes sowie dessen Ausbreitung mit Computersimulationen und Daten aus neuen Weltraummissionen.

"Mit meiner Forschung möchte ich die Physik des Sonnenwindes in unserem Sonnensystem besser verstehen", so der Preisträger.

Die Zeremonie

Die feierliche Verleihung der Auszeichnung fand während der European Space Weather Week in Glasgow, Schottland, statt. Die Medaille wurde durch den Komiteevorstand Jean Lilensten und Christoph Crepaz, den Honorarkonsul von Österreich in Großbritannien, übergeben. Der österreichischen Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung Heinz Faßmann gratulierte dem Preisträger per Videobotschaft (Abbildung). Zwei weitere Medaillen gingen an die amerikanische Forscherin Maria Kuznetsova für ihren Einsatz in der Vernetzung der Forschungsgemeinschaft sowie an den japanischen Forscher Kazunari Shibata für seine fundamentalen wissenschaftlichen Beiträge in der solar-terrestrischen Physik.

"Diese Ergebnisse sind mitunter wertvoll, um am IWF neue Modelle zur Ausbreitung des Sonnenwindes in unserem Sonnensystem zu entwickeln und damit die Auswirkungen des Sonnenwindes auf das Magnetfeld der Erde besser zu verstehen", erklärt Reiss.

Dem Sonnenwind auf der Spur

Besondere Anerkennung vom Komitee erhielt Reiss für die Gründung zweier internationaler Teams, die sich mit aktuellen Fragestellungen zum Weltraumwetter beschäftigen und mehr als 50 Wissenschaftler*innen aus führenden Forschungsstätten wie NASA Ames, NASA Goddard, NOAA und Met Office erfolgreich vereinen. Unter der Leitung von Reiss und Karin Muglach (NASA Goddard) konnten in den vergangenen zwei Jahren wichtige Fortschritte gemacht werden, um beispielsweise offene Fragen zur Quelle des Sonnenwindes zu beantworten. "Diese Ergebnisse sind mitunter wertvoll, um am IWF neue Modelle zur Ausbreitung des Sonnenwindes in unserem Sonnensystem zu entwickeln und damit die Auswirkungen des Sonnenwindes auf das Magnetfeld der Erde besser zu verstehen", erklärt Reiss. Die Zukunft am Grazer IWF ist gesichert: Reiss wird ein FWF-Projekt leiten, das kürzlich bewilligt wurde, und damit seine Forschung im internationalen Spitzenfeld weiter vorantreiben, aber auch Studierende bei ihrer Forschungsarbeit unterstützen.

Weitere Informationen zum Preisträger finden Sie auf der Personal Page von Martin Reiss.

 

Abbildung
Christoph Crepaz überreicht IWF-Forscher Martin Reiss die Alexander Chizhevsky Medaille (© IWF/ÖAW/Martin Reiss, Download).

Kontakt
Dr. Martin A. Reiss
M +43 664 46 42 133
martin.reiss(at)oeaw.ac.at