15.11.2019

Weltraum-Messgeräte aus dem Berg

Gemeinsam mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik und Wissenschaftsministerin Iris Rauskala präsentierten Weltraumforscher/innen der ÖAW eine tief im Berg gelegene Testeinrichtung für Weltraummagnetometer.

Conrad-Observatorium (NÖ) © ZAMG/Lammerhuber

Was hat der Weltraum mit tiefen Stollen im Berg zu tun? Mehr als man denkt: In den Tiefen des niederösterreichischen Trafelbergs werden am Conrad Observatorium der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) derzeit Messgeräte des Instituts für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) kalibriert, die dank störungsfreier Bedingungen bei konstanter Temperatur optimal auf den späteren Einsatz im Weltraum vorbereitet werden können. Präsentiert wurden diese am 14. November 2019 von Weltraumforscher/innen der ÖAW gemeinsam mit Iris Rauskala, Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Forschung und der ZAMG. 

Wissenschaftsministerin Rauskala betonte dabei die Bedeutung von fachübergreifenden Kooperationen für den Forschungsstandort Österreich: "Das Conrad Observatorium zeigt, wie wichtig und erfolgreich eine gelebte Zusammenarbeit über Fachgebiete, Institutionen und Landesgrenzen hinweg ist.  Pro Jahr laufen hier 30 bis 40 nationale und internationale Projekte unterschiedlichster Organisationen, von der Grundlagenforschung bis zu technischen Anwendungen für die Wirtschaft. So entstehen neue innovative Lösungen zum Nutzen der Bevölkerung."

Beitrag zur ESA Mission zum Jupiter

Zur Kalibrierung hochsensibler Magnetfeld-Messgeräte, die später im Weltraum wichtige Analysen verrichten werden, installierten ÖAW-Weltraumforscher/innen in einem der tiefen Messtunnel am Conrad Observatorium ein System mit drei Meter hohen Spulen. "Derzeit testen wir hier das Magnetometer für das Projekt JUICE. Das ist die erste Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA ins äußere Sonnensystem", erklärte ÖAW-Weltraumforscher Werner Magnes. „JUICE wird mit insgesamt zehn wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet sein, die den Gasriesen Jupiter und drei seiner größten Monde untersuchen sollen. Der Start ist für 2022 geplant. Nach ihrer Ankunft am größten Planeten unseres Sonnensystems im Jahr 2029 wird die Sonde den Jupiter und seine Monde mindestens drei Jahre lang im Detail erforschen.“

Vor Sonnenstürmen

Am Conrad Observatorium wurde ferner ein Projekt zur Vorhersage von Sonnenstürmen präsentiert. Diese können unter anderem induzierte Gleichströme im Stromnetz verursachen und damit enorme Schäden anrichten.  „Die Vorhersage von Sonnenstürmen wird ein essentieller Teil des Multi-Hazard-Warnsystems der ZAMG“, erklärte ZAMG-Direktor Michael Staudinger. Auch dabei setzen die Beteiligten auf eine künftig noch engere Vernetzung und Bündelung des in Österreich aufgebauten Know-how in den Bereichen Weltraum und Weltraumwetter.