23.09.2015

Und nun zu den Nachrichten

Die Qualität des tagesaktuellen Infoangebots der österreichischen Medien hat eine neue Studie des ÖAW-Instituts für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung bewertet.

Bild: ÖAW
Bild: ÖAW

Mehr als 25.000 Beiträge aus 36 unterschiedlichen Medien Österreichs an 28 zufällig ausgewählten Tagen im Jahr 2014 – das sind die Eckdaten der kürzlich präsentierten Studie des Instituts für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung (CMC) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) zur Qualität des tagesaktuellen Informationsangebots in Radio, Fernsehen Print- und Onlinemedien. Analysiert wurden Qualitätsmedien ebenso wie Boulevardmedien, öffentlich-rechtliche genauso wie private Anbieter. Journalistische Qualität wurde dabei an Kriterien wie Transparenz, Vielfalt, Relevanz, Professionalität und Objektivität festgemacht. Das Ergebnis ist überwiegend „good news“ für Österreichs Journalist/inn/en: Insgesamt stellt die Studie den Medien des Landes ein positives Zeugnis aus.

Der Qualität verpflichtet

„Der österreichische Journalismus sieht sich generell der Qualitätsnorm verpflichtet“, sagte Studienleiter Josef Seethaler vom CMC bei der Präsentation der von der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) in Auftrag gegebenen Studie gegenüber der Austria Presse Agentur (APA). Wobei sich das journalistische Selbstverständnis in Österreich zu einem Großteil über Objektivität definiere. In diesem Bereich schneiden die Medien des Landes daher auch gut ab, ebenso wie bei der Transparenz ihrer Quellen. Was die Relevanz der Berichterstattung betrifft, zeigte sich, dass die Redaktionen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Themen hohe Beachtung schenken und "Hard News" mit Anteilswerten von über 70 Prozent eine starke Präsenz in den untersuchten Medien hatten.

Licht und Schatten

Wo viel Licht ist, ist aber auch viel Schatten. So fand die Studie heraus, dass es bei der Vielfalt der Positionen und den zitierten Akteur/inn/en durchaus noch Potential gebe. Auch die starke Fokussierung auf „Hard News“ birgt durchaus Nachteile, denn je höher ihr Anteil, desto weniger kommen Frauen als handelnde Personen in den Beiträgen vor. Gegenüber der APA warnte Seethaler bei der Präsentation daher, dass hier die gesellschaftliche Realität nicht abgebildet werde: „Dies sollte von den Redaktionen als Alarmsignal verstanden werden.“ „Bad news“ hat die Studie auch für die Boulevardmedien parat: sie liegen bei fast allen Qualitätskriterien im unteren Bereich. Seethaler: „Hier besteht ein Nachhol- und Nachdenkbedarf.“

 

Die Studie „Qualität des tagesaktuellen Informationsangebots in den österreichischen Medien - Eine crossmediale Untersuchung“ ist in der RTR-Schriftenreihe online abrufbar:

Zur Studie

Institut für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung – CMC

 


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