02.03.2020

Mannagetta-Preise für Medizin vergeben

Der Kardiologe Peter Rainer erhält von der ÖAW den mit 15.000 Euro dotierten Mannagetta-Preis für Medizin, die Molekularbiologin Victoria Klepsch wird mit einem Mannagetta-Förderpreis für junge Forscher/innen ausgezeichnet.

© Unsplash/Jesse Orico

Ohne das Herz, kein Leben. Das Pumporgan versorgt den menschlichen Körper mit lebensnotwendigem Blut und Sauerstoff. Gleichzeitig zählen Herzerkrankungen zu den häufigsten Todesursachen. Für ein gesundes Herz ist das reibungslose Zusammenspiel von Muskelzellen, Bindegewebszellen, Gefäßzellen und Entzündungszellen wesentlich.

Stressbewältigung des Herzens auf Zellebene

Die Kommunikation zwischen diesen verschiedenen Zelltypen und die zellulären Anpassungsmechanismen des Herzens auf krankmachende Stressfaktoren stehen im Fokus der Forschung von Peter Rainer. Für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der zellbiologischen und immunologischen Forschung, wird der Kardiologe nun von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) mit dem diesjährigen Johann Wilhelm Ritter von Mannagetta-Preis für Medizin ausgezeichnet. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wird am 4. März 2020 an der ÖAW in Wien vergeben.

Peter Rainer studierte Humanmedizin an der Medizinischen Universität Graz und an der Universität Florenz in Italien. Nach seiner Sub-Auspiciis-Promotion ging er als Max-Kade Stipendiat der ÖAW an die Johns Hopkins University in Baltimore, USA. Seine Habilitation im Fach Innere Medizin erfolgte 2015, eine erneute Sub-Auspiciis-Promotion 2016. Peter Rainer ist Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie und seit 2018 Assoziierter Professor an der Medizinischen Universität Graz.

Ankurbeln der körpereigenen Tumorabwehr

Neben dem Preis für Medizin vergibt die ÖAW auch einen mit 4.000 Euro dotierten Förderpreis für junge Wissenschaftler/innen, deren Promotion nicht mehr als vier Jahre zurückliegt und die in der medizinischen Forschung tätig sind. Ausgezeichnet wird heuer Victoria Klepsch für ihre hervorragenden Forschungsleistungen zu Mechanismen der Kontrolle der immunologischen Tumor-Abwehr. Sie konnte gemeinsam mit ihren Kolleg/innen nachweisen, dass das Immunsystem durch die Hemmung eines bestimmten Hormonrezeptors wieder gegen das Tumorwachstum aktiviert werden kann.

Die Molekularbiologin Victoria Klepsch hat an der McMaster University in Kanada und an der Universität Innsbruck studiert. Ihr Doktoratsstudium absolvierte sie an der Medizinischen Universität Innsbruck, wo sie seit 2015 als Postdoc am Institute for Translational Cell Genetics forscht. 

Geschichte der Preise

Die Namen der beiden Preise gehen auf Johann Wilhelm Ritter von Mannagetta (1588–1666) zurück. Der Mediziner war mehrmaliger Rektor der Universität Wien und Leibarzt von Ferdinand II., Ferdinand III. sowie Leopold I. Sein Grab befindet sich im Wiener Stephansdom. Im Jahre 1661 richtete er eine Stiftung ein, die bis heute besteht. Die Johann Wilhelm Ritter von Mannagetta-Stiftung unterstützt die ÖAW bei der Finanzierung von Preisen in der Medizin sowie Stipendien in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften.

 

AUF EINEN BLICK

Die Preisverleihung findet am 4. März um 17 Uhr an der ÖAW statt (Theatersaal, Sonnenfelsgasse 19, 1010 Wien). Peter Rainer hält einen Vortrag zum Thema „I will survive: Stressbewältigung des Herzens“, der Vortrag von Victoria Klepsch trägt den Titel „Neuer Immun-Checkpoint NR2F6 präklinisch wirksam“. Der Eintritt ist frei, Anmeldung erbeten per Mail an martina.milletich(at)oeaw.ac.at

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