11.01.2019

Highlights am Sternenhimmel 2019

Zwei „Blutmonde“, ein Merkurtransit und eine totale Sonnenfinsternis: Das neue Jahr hält einige Höhepunkte für Astronomie-Interessierte bereit. Welche das sein werden, weiß ÖAW-Weltraumforscher Wolfgang Voller.

Welche astronomischen Ereignisse bringt das neue Jahr? Diese Frage beantwortet Jahr für Jahr Forscher Wolfgang Voller vom Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Vorträgen an der Österreichischen Urania für Steiermark. Auch heuer wird er, und zwar am 21. Jänner, im Rahmen des Arbeitskreis Astronomie einen Vortrag über die Höhepunkte des astronomischen Jahrs 2019 halten.

Erste Mondfinsternis bereits im Jänner

Und da gibt es gar nicht so wenige, berichtet Voller: Einerseits findet heuer zweimal eine Mondfinsternis statt, welche auch von Österreich aus sichtbar ist. Während einer Mondfinsternis durchquert der Mond den Schatten, den die von der Sonne beleuchtete Erde in den Weltraum wirft. Weil einige Teile des sichtbaren Lichts von der Erdatmosphäre herausgefiltert werden, erscheint der Mond rötlich (umgangssprachlich „Blutmond“).

Die erste der beiden Ereignisse ist eine totale Mondfinsternis und findet in den frühen Morgenstunden (ca. 5:40 bis 6:40 Uhr) des 21. Jänner statt. Weiters gibt es in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli abends zwischen 22:00 und 1:00 eine partielle Mondfinsternis zu bestaunen, bei der der Mond ebenfalls rötlich erscheint, ein Teil davon jedoch nicht sichtbar sein wird.

Merkur-Durchgang im November

Andererseits findet am 11. November ein Durchgang des innersten Planeten Merkur vor der Sonnenscheibe statt. „Solch ein Ereignis ist im 21. Jahrhundert nur 14 Mal zu beobachten“, weiß Voller. Beim sogenannten Merkurtransit (auch bezeichnet als Merkurdurchgang oder Merkurpassage) wandert der Merkur als winziger schwarzer Punkt innerhalb mehrerer Stunden über die Sonnenscheibe.

„Der Planet Merkur zählt zu den mit freiem Auge schwer zu beobachtenden Himmelskörpern, und dies, obwohl er mehrmals im Jahr in der Morgendämmerung im Osten und in der Abenddämmerung im Westen nahe am Horizont als schwach leuchtender Lichtpunkt sichtbar ist“, sagt Voller. „In der astronomischen Forschung haben diese Ereignisse jedoch eine besondere Bedeutung.“

So konnte der von Johannes Kepler in den Rudolfinischen Tafeln für den 7 . November 1631 vorhergesagte Merkurdurchgang von Pierre Gassendi erstmals in Paris beobachtet werden. Über die folgenden Jahrhunderte hinweg wurden diese Ereignisse immer wieder beobachtet und dadurch die Bahnberechnungen der Planeten immer genauer.

Mitte des 19. Jahrhunderts zeigten sich jedoch Diskrepanzen zwischen Berechnung und Beobachtung, die nicht mit dem Newton‘schen Gravitationsgesetz in Einklang zu bringen waren. Erst durch die Anwendung der allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein war eine wirklich exakte Vorberechnung von Merkurtransits möglich.

Vortrag über Sternenhimmel 2019

Noch ein Tipp für Weltreisende: Am 2. Juli kann man im Südpazifik sowie in Chile und Argentinien eine totale Sonnenfinsternis beobachten. Dabei wird die Sonne durch den Mond komplett verdeckt. Dieses Ereignis ist nur etwa 20 mal pro Jahrhundert sichtbar, und auch dann nicht überall: Astronomie-Freunde in Österreich müssen sich für die nächste von hier aus sichtbare totale Finsternis noch bis zum 3. September 2081 gedulden.