10.12.2018

Gipfeltreffen der Dermatologie in Wien

Von 12. bis 15. Dezember fand der dritte Inflammatory Skin Disease Summit, organisiert von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der New Yorker Icahn School of Medicine at Mount Sinai Hospital, in Wien statt. Dermatolog/innen von diesseits und jenseits des Atlantiks stellten dort neue Therapieansätze für chronisch-entzündliche Erkrankungen der Haut vor.

 

Im Verlauf der letzten Jahrzehnte ist es der biomedizinischen Forschung gelungen, Ursachen und Verlauf zahlreicher Hautkrankheiten immer besser zu verstehen. Durch die enge Kooperation von Grundlagenforschung und klinisch tätigen Ärztinnen und Ärzten konnten neue, zielgerichtete Therapien für zahlreiche chronisch-entzündliche Hautkrankheiten gefunden werden, wie etwa Schuppenflechte oder Neurodermitis. Allein in Österreich gelten rund 300.000 Menschen als von Schuppenflechte betroffen, bis zu 10 Prozent aller Erwachsenen leiden an Neurodermitis.
 
Neue Medikamente, die gezielt krankmachende Moleküle im menschlichen Organismus blockieren, ohne einen negativen Einfluss auf andere physiologische Prozesse zu bewirken, haben sich als effektive und nebenwirkungsarme Therapien erwiesen. Derzeit ist eine Fülle vielversprechender Therapeutika in klinischer Erprobung – sowohl im Bereich genetischer (zum Beispiel Epidermolysis bullosa = „Schmetterlingskinder“) als auch entzündlicher Hauterkrankungen.

Ursachen und neue Therapien im Fokus
 

Der Inflammatory Skin Disease Summit (ISDS) von Österreichischer Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Icahn School of Medicine at Mount Sinai Hospital beleuchtete vom 12. bis 15. Dezember 2018 diese neuen Entwicklungen und brachte führende internationale Expert/innen auf dem Gebiet der chronisch-entzündlichen Hautkrankheiten in Wien zusammen.
 
Unter den Vortragenden waren Rachael Clark (Harvard Medical School), die sich auf das hauteigene Krankheitsgedächtnis spezialisiert hat sowie Jean-Laurent Casanova (Rockefeller University New York), der sich mit der Frage beschäftigt, inwiefern Immundefekte zu einem gehäuften Auftreten von Hautkrankheiten beitragen können. Richard Gallo (University of California, San Diego) wiederum konnte jüngst zeigen, dass Bakterien der Hautflora gegen Infektionen schützen können, während Joel Gelfand (University of Pennsylvania) nachgewiesen hat, dass Patient/innen, die an einer chronischen Psoriasis (Schuppenflechte) leiden, auch vermehrt von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen sind.

Diese und zahlreiche weitere führende Expert/innen, neben Österreich und den USA etwa aus Deutschland, Japan, Frankreich, Israel und Großbritannien, sprachen über ihre jeweiligen Forschungs- und Arbeitsgebiete. Nach den ersten erfolgreichen ISDS-Kongressen in Wien (2014) und New York (2016) fand der dritte ISDS nun wieder in Wien, in der Aula der Wissenschaften, statt.