17.11.2015

Digitaler „Liederfürst“: Franz Schubert ist online

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften hat mehr als 1000 handschriftliche und gedruckte Quellen des berühmten österreichischen Komponisten auf www.schubert-online.at zusammengestellt. Es ist die weltweit größte digitale Schubert-Sammlung.

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Als Franz Schubert am 19. November 1828 mit nur 31 Jahren starb, hinterließ er ein umfassendes Gesamtwerk an weltlicher und geistlicher Musik. Die weltweit größte Sammlung digitalisierter Schubert-Autographe und Erst- und Frühdrucke von Liedern, Klavier- und Kammermusik, Symphonien, Messen und Bühnenwerken steht nun – seit kurzem grundlegend aktualisiert und erweitert – unter www.schubert-online.at zur Verfügung. Unter den 500 Autographen und mehr als 600 Drucken finden sich Meisterwerke der Kompositionskunst wie die Notenhandschriften des „Erlkönig“ oder der Messe in Es-Dur. Ergänzt werden diese durch Briefe und Lebensdokumente Schuberts.

Die digitalisierten Handschriften stammen aus der Wienbibliothek im Rathaus, der Österreichischen Nationalbibliothek, der Norwegischen Nationalbibliothek sowie der Staatsbibliothek zu Berlin. Erst- und Frühdrucke konnten kürzlich aus dem Bestand der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek hinzugefügt werden. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) macht damit zentrale Werke des berühmten österreichischen Komponisten für Forschung und Musikinteressierte auf der ganzen Welt über ein gemeinsames Portal im Web zugänglich.

„Die Bandbreite des Materials macht die größte digitale Schubert-Sammlung zu einer unverzichtbaren Arbeitsgrundlage für die wissenschaftlich-philologische Schubertforschung, die dadurch erleichtert und beschleunigt wird“, sagt Barbara Boisits, Leiterin der Abteilung Musikwissenschaft des Instituts für kunst- und musikhistorische Forschungen (IKM) der ÖAW, das die Webseite betreut. Projektleiterin Katharina Loose vom IKM ergänzt: „Die digitale Sammlung ist zudem eine wertvolle Fundgrube für Künstlerinnen und Künstler, die beispielsweise handschriftliche und gedruckte Notentexte oder verschiedene Fassungen eines Werkes recherchieren und vergleichen wollen.“

Die ÖAW hat eine lange Tradition in der Schubertforschung. Sie kooperiert seit 1980 mit der Universität Tübingen mit dem Ziel einer wissenschaftlich-kritischen Herausgabe aller Werke Franz Schuberts in 83 Bänden. Parallel dazu wurde in den letzten Jahren, auf Initiative des Musikwissenschaftlers und wirklichen Mitglieds der ÖAW, Gernot Gruber, die Digitalisierung der Quellen vorangetrieben.

Die Notenmanuskripte, Drucke und Lebensdokumente sind auf www.schubert-online.at kostenlos einsehbar, mit umfassenden Metainformationen versehen und enthalten auch die Kontaktdaten zu den jeweiligen Bibliotheken und Sammlungen, bei denen digitale Reproduktionen bestellt werden können. Für die Zukunft ist ein Ausbau der Datenbank in Kooperation mit weiteren Sammlungen geplant.

 

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Rückfragehinweis:

Dipl.-Soz. Sven Hartwig
Leiter Öffentlichkeit & Kommunikation
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
+43 1 51581-1331
sven.hartwig(at)oeaw.ac.at

 


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