10.02.2020

Auf dem Weg zur Sonne

Am 10. Februar hob in den frühen Morgenstunden eine Atlas-V-Trägerrakete vom amerikanischen Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab, um die europäische Raumsonde Solar Orbiter auf ihren Weg zur Sonne zu bringen. Das Institut für Weltraumforschung der ÖAW und die Universität Graz sind an drei Messgeräten beteiligt.

© ESA/S. Corvaja

Nach mehreren Verschiebungen verlief der Start der Atlas-V-Trägerrakete letztlich planmäßig: Am 10. Februar um 05:03 hob die Rakete mit der Raumsonde Solar Orbiter an Bord vom amerikanischen Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab, erste Signale des Raumfahrzeugs wurden um 6:00 in der Bodenstation empfangen.  Nach dem Start muss die Raumsonde zunächst mehrmals an Erde und Venus Schwung holen, um rund dreieinhalb Jahre später ihre operative Umlaufbahn zu erreichen: einen elliptischen Orbit, auf dem sie sich in regelmäßigen Abständen der Sonne bis auf 42 Millionen Kilometer nähert und dann wieder bis zu 135 Millionen Kilometer von ihr entfernt. Während der geplanten Missionsdauer von sieben Jahren wird Solar Orbiter mehrmals an der Venus vorbeifliegen, um den Blickwinkel zu verändern. Die Anhebung der Bahnneigung von 0° auf 25° ermöglicht dabei eine bessere Sicht auf die Pole und erste Nahaufnahmen dieser Region.

Österreich an Bord

Die ESA-Mission Solar Orbiter will nichts weniger, als das Wissen über unseren Mutterstern revolutionieren. Solar Orbiter hat dazu zehn wissenschaftlichen Geräte an Bord, die sowohl In-Situ-Messungen als auch Fernerkundungen vornehmen werden. „Wir wollen in erster Linie mehr über die Heliosphäre erfahren und verstehen, wie unser Stern die riesige Plasmablase, in der unser Sonnensystem eingebettet ist, erzeugt und moduliert“, erläutert Wolfgang Baumjohann, Direktor des Instituts für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), das Hauptziel der Mission. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen der Sonnenwind, das Magnetfeld der Sonne und ihre energiereichen Ausbrüche.

„Sogenannte Flares und koronale Massenauswürfe sind die Ursache für starke Störungen des Weltraumwetters in Erdnähe,“ ergänzt Astrid Veronig vom Institut für Physik und Leiterin des Observatoriums Kanzelhöhe der Universität Graz. Sie zeichnet für die wissenschaftliche Leitung der Software-Entwicklung für das Röntgenteleskop STIX verantwortlich. Das ÖAW-Institut war für die Antennenkalibrierung zuständig, baute den Bordcomputer für das Radiowelleninstrument RPW und ist Co-Investigator beim Magnetometer.

 

Auf einen Blick

Am 10. Februar 2020 hob die ESA Raumsonde Solar Orbiter vom amerikanischen Weltraumbahnhof Cape Canaveral ab. Frühaufsteher konnten bei einem Launch Event am Institut für Weltraumforschung der ÖAW die Live-Übertragung des Starts ansehen und Kurzvorträgen mehr über die Mission und den aktuellen Stand der Sonnenforschung erfahren.