18.10.2018

Angelika Amon mit Breakthrough-Preis ausgezeichnet

Die aus Österreich stammende Krebsforscherin erhielt den mit drei Millionen Dollar dotierten „Nobelpreis des Silicon Valley“. Amon ist seit 2015 Mitglied der ÖAW im Ausland.

Die Molekularbiologin Angelika Amon ist den zellulären Ursachen der Krebsentstehung auf der Spur. Sie erforscht an Hefezellen das Phänomen der Aneuploidie: Das sind bei der Zellteilung entstehende Gendefekte, die in fehlenden oder überzähligen Chromosomensätzen auftreten und eine der Hauptursachen für Krebs darstellen. Amon untersucht die zellulären Stressreaktionen auf diese Abweichung, die in der Folge zu einer Anhäufung weiterer genetischen Mutationen und schließlich zur Erkrankung führen.

Für ihre Aneuploidie-Forschung am Howard Hughes Medical Institute des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge wurde sie nun mit dem „Breakthrough“-Preis ausgezeichnet, der mit drei Millionen US-Dollar (2,6 Mio. Euro) als höchstdotierte Wissenschaftsauszeichnung der Welt gilt. Mit dem Preis wird ihre Forschung über die Folgen der Aneuploidie auf Zellphysiologie und Tumorentwicklung gewürdigt, die dazu beitragen soll, neue therapeutische Ansätze zu entwickeln.

Forschung in Wien und USA

Amon wurde am 10. Jänner 1967 in Wien geboren, studierte an der Universität Wien Biologie und war eine der ersten Studierenden am 1988 eröffneten Institut für Molekulare Pathologie (IMP). Sie schrieb ihre Masterarbeit und ihr Doktorat (1994) beim damaligen Institutsleiter Kim Nasmyth, der ebenfalls ÖAW-Mitglied und Preisträger des Breakthrough-Awards ist.

Nach einer Zwischenstation am Whitehead Institute for Biomedical Research in Cambridge wechselte Amon 1999 an das MIT, wo sie seit 2011 einen Lehrstuhl für Krebsforschung innehat. Sie war von 2010 bis 2013 Aufsichtsrätin im österreichischen Wissenschaftsfonds FWF und ist Mitglied der wissenschaftlichen Beiräte des Institute of Science and Technology (IST) Austria und des IMP.

Mehrfach ausgezeichnet

Seit 2015 ist sie korrespondierendes Mitglied der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der ÖAW. Darüber hinaus ist sie u.a. Mitglied an der National Academy of Sciences (USA) und Foreign Associate der European Molecular Biology Organization (EMBO). Für ihre Forschungen wurde sie etwa mit dem Ernst Jung-Preis für Medizin, dem National Academy of Sciences Award in Molecular Biology, dem Paul Marks Prize for Cancer Research und nun mit einem von vier Breakthrough-Preisen in den Lebenswissenschaften ausgezeichnet.

Die Breakthrough-Preise werden einmal jährlich an herausragende Wissenschaftler/innen in den Kategorien Biowissenschaften, Fundamentalphysik und Mathematik verliehen. Sie wurden 2013 von Tech-Größen und Investoren, die mit dem US-amerikanischen Silicion Valley verbunden sind, wie Sergey Brin, Mark Zuckerberg oder Priscilla Chan, ins Leben gerufen. Zu den Breakthrough-Preisträgern in den Life Scienes zählen auch zwei weitere ÖAW-Mitglieder: Die Mikrobiologin Emmanuelle Charpentier wurde 2015, der Biochemiker Kim Nasmyth 2017 mit dem Preis ausgezeichnet.