SCHÄTZE IN DER LANDSCHAFT – TOPOGRAPHIE DER SPÄTBRONZEZEITLICHEN DEPONIERUNGSPRAXIS
09.11.2016
Vortrag von Gábor Szabó, ELTE Budapest
Das Archäologische Institut der Universität ELTE startete 2006 ein Forschungsprogram mit dem Ziel, in „letzter Minute“ so viele spätbronze- und früheisenzeitliche Depotfunde wie möglich auf dem Gebiet des heutigen Ungarn in ihren ursprünglichen Zusammensetzungen zu dokumentieren. Im Rahmen des Forschungsprojektes wurden 60 Fundplätze untersucht, wobei 35 neue, unversehrte Depotfunde mit insgesamt mehr als 1000 Metallobjekten ans Tageslicht kamen.
Der Vortrag erörtert eine neue und bisweilen unbekannte Dimension der Deponierungspraxis in der Spätbronze- und Früheisenzeit, die ausgehend von den Fallstudien an den neu entdeckten Fundplätzen zu rekonstruieren ist. Behandelt werden die Lage der deponierten Gegenstände, ihre Position und ihr Standort in der damaligen Landschaft sowie die möglichen Zusammenhänge zwischen Siedlungen und Depotfunden. Aufgrund der neuen Ergebnisse sind unterschiedlich ausgeformte Deponierungszonen auszusondern, womit der Zusammenhang zwischen der Struktur der bronzezeitlichen Landschaft und einstigen Deponierungspraktiken besser ersichtlich ist. Im Vortrag werden schließlich auch die Schäden der illegalen Sondengänger kurz besprochen, die allmählich katastrophale Ausmaße erreichen.
OREA Lecture Room, Hollandstraße 11–13, 1020 Wien
