KULTURELLE IDENTITÄT UND UMWELT WÄHREND DER SPÄTBRONZE-UND FRÜHEISENZEIT IM SÜDLICHEN KARPATENBECKEN
14.11.2013
Die Landschaften zwischen den Flüssen Drau, Donau und Save, die südliche Grenze des Karpatenbeckens zu den Regionen des Westbalkans, sind sowohl geographisch als auch kulturell eine Übergangszone. Auch das Phänomen der Urnenfelderkultur erreicht hier seine südöstliche Verbreitungsgrenze. Bisherige Kenntnisse über die kulturelle Entwicklung dieses Raumes während der Spätbronze- und Früheisenzeit stützen sich in erster Linie auf Fundmaterial aus Nekropolen, von denen viele bereits im frühen 20. Jh. gegraben wurden. In dieser Randlage zeichnen sich schon seit der älteren Urnenfelderzeit (13.–12. Jh. v. Chr.) lokale Gruppen ab, die sich vor allem durch charakteristische Bestattungspraktika fassen lassen. Noch stärker ausgeprägt ist der Regionalismus in der jüngeren und späten Urnenfelderzeit (11.–9. Jh. v. Chr.). In diese Zeitspanne datieren auch die ersten Bestattungen der großen Nekropolen Dalj oder Batina an der Donau, die kontinuierlich bis in die frühe Eisenzeit fortdauern. Die Funde beider Bestattungsplätze spiegeln eine starke lokale Komponente, aber auch Einflüsse aus dem Ostalpenraum, Transdanubien und dem Balkan wider.
Das Kroatische Archäologische Institut führt seit 2009 eine Reihe kleinerer Grabungen in Batina und Sotin sowie in der Hügelgräber-Nekropole Dolina an der Save durch. Die ersten, viel versprechenden Ergebnisse weisen auf die Existenz lokaler Gruppen hin, decken aber gleichzeitig die Komplexität der bestattenden Gemeinschaften auf und geben Anstoß für weitere Forschungen.
OREA, Seminarraum Abteilung Ägypten & Levante
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