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FIBELN MIT BERNSTEINBESATZ: LUXURIÖSE SCHMUCKSTÜCKE ZWISCHEN MITTELMEER UND MITTELEUROPA

Vortrag von Nunzia Laura Saldalamacchia

17.06.2015

Fibeln mit Bernsteinbesatz bestehen aus einer metallischen Drahtfibel, deren Körper durch eine einzelne große Bernsteinperle, durch mehreren Segmente aus Bernstein, Knochen/Bein, oder sogar mit Bernsteinintarsien gestaltet wird. Diese Fibeln wurde in der Eisenzeit (Ende 9. bis 6. Jh. v. Chr.) als Trachtbestandteil von vielen Kulturen des Alpen-Donau-Adria-Raumes benutzt. Das Verbreitungsgebiet umfasste Italien, Österreich, Süddeutschland, Mähren, Slowenien, Kroatien, Griechenland und Kleinasien. Bisher konnten verschiedene Typen und ihre Produktionszentren identifiziert werden. Eine Produktion von beeindruckender Qualität stammt aus Verucchio (Provinz Rimini). Erzeugnisse aus dem Picenum und Kroatien sind durch einen kurzen Fibelfuß und eine einzelne große fassförmige Perle charakterisiert. Die langfüßige Fibeln mit konischen Endperlen aus Bein aus Süditalien lassen sich mit griechischen Stücken vergleichen. Eine weitere bedeutende Gruppe ist jene aus dem Gräberfeld von Hallstatt. Diese Fibeln kommen vornehmlich in reich ausgestatteten weiblichen Gräbern vor. Der luxuriöseste Typ mit Goldblech gelangte in die „Fürstengräber“ im tyrrhenischen Gebiet von Latium bis Etrurien. Andere Exemplare fanden sich in sakralem Kontext, wie z.B. im Arthemision von Ephesos, wo die Fibeln als Schmuckbehang einer Kultstatue interpretiert werden. Diese Studie verspricht auch neue Erkenntnisse zum Ausdruck des sozialen Status bzw. einer politischen Funktion innerhalb einer Gemeinschaft sowie zwischen benachbarten Gemeinschaften (Fibeln als Besitz bestimmter Personen), zu ideologischen oder religiösen Vorstellungen (Fibeln als Grabbeigaben und Weihgaben in Heiligtümern) sowie zu überregionalen Austauschsystemen und deren ökonomischen Aspekten (auf der Ebene der Rohmaterialien und der Fertigprodukte).

 

Postgasse 7/1/11, Seminarraum