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Feste für die Toten

Gräber, Opfergruben und kultische Deponierungen im Spiegel der aktuellen Grabungen in Hala Sultan Tekke, Zypern

Teresa Bürge (OREA)

06.12.2017

Hala Sultan Tekke, an der Südküste Zyperns gelegen, war aufgrund ihrer günstigen Lage an einer Meeresbucht während der Spätbronzezeit (ca. 1600–1150 v.u.Z.) eine der größten und reichsten Städte der Insel. Seit 2010 legen schwedische Ausgrabungen unter der Leitung von Peter M. Fischer Teile der Stadt frei. Funde von massiver Wohn- und Industriearchitektur sind hauptsächlich in das 13. und 12. Jahrhundert v.u.Z. zu datieren, während erst in den letzten Jahren im Areal A, unmittelbar außerhalb der Stadt, Befunde aus dem 16.–12. Jahrhundert v.u.Z. zutage traten: Neben reich ausgestatteten Gräbern, die auf weitreichende interkulturelle Verbindungen der Bevölkerung im gesamten Ostmittelmeerraum hinweisen, wurden zahlreiche Brunnen und Gruben freigelegt. Letztere sind teilweise als Opfergruben mit Votivgaben zu interpretieren; teilweise enthalten sie Deponierungen von zerschlagenem Tafelgeschirr und Speiseresten, die wohl von kommunalen Mahlzeiten bzw. Trinkgelagen stammen. Die neuesten Befunde in Hala Sultan Tekke bieten somit die Möglichkeit eines kontextualisierten Verständnisses der bislang in Bezug auf Zypern kaum erfassten Bestattungssitten, Totenrituale und Feste.

 

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